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Viersen
Pech für Geldautomaten-Sprenger

Viersen: Pech für Geldautomaten-Sprenger
Mit diesem Audi RS4 flüchteten die Täter. FOTO: Günter Jungmann
Viersen. Erst hielt der Geldautomat in Willich-Schiefbahn dem Druck der Explosion stand, dann setzten die Täter bei der Flucht ihren gestohlenen Audi RS4 in die Leitplanken. Entkommen sind sie trotzdem. Die Polizei hat aber eine Spur Von Willi Schöfer und Marc Schütz

Exakt um 3.53 Uhr am Donnerstagmorgen wurde der Schiefbahner Löschzug unter dem Stichwort "Zimmerbrand" von der Leitstelle informiert und war schnell am Einsatzort an der Hochstraße. "Auf der Fahrt zur Bankfiliale wurde uns mitgeteilt, dass es sich um eine Geldautomatensprengung handelt", sagt der Pressesprecher des Schiefbahner Löschzuges, Bernd Ihlefeld. Das Gebäude war verraucht, die Feuerwehr löschte den Geldautomaten und lüftete den Automatenraum. Gestohlen wurde nichts.

Die Polizei schildert den Tathergang so: Zeugen sahen drei bis vier Personen, die dunkel gekleidet und mit Sturmhauben maskiert waren, zu einem nahegelegenen dunklen Pkw flüchten und wegfahren. Die Polizei leitete sofort eine Großfahndung ein, an der sich auch ein Polizeihubschrauber beteiligte. Gegen 6.10 Uhr fanden Einsatzkräfte das Fluchtfahrzeug, einen dunklen Audi mit Dortmunder Kennzeichen, an der Anschlussstelle Neersen auf der A 44. Das Fahrzeug war offenbar in die Leitplanken geraten, wodurch es manövrierunfähig war. Im Auto fanden die Einsatzkräfte im Kofferraum das für Automatensprengungen benötigte Handwerkszeug wie Aufbruchswerkzeuge und Gasflaschen. In der Nähe des Fluchtfahrzeugs fanden Einsatzkräfte eine Sturmhaube. Miko, ein Personenspürhund, nahm daran die Fährte auf und führte die Einsatzkräfte in ein an die Alte Landstraße grenzendes Feld. Dort wurden eine schwarze Jacke und eine schwarze Hose gefunden und als mögliche Täterbekleidung sichergestellt.

Fotos: Geldautomaten-Sprengungen in der Region – Chronik FOTO: Theo Titz

Nach ersten Ermittlungsergebnissen wurden die am Fahrzeug angebrachten Kennzeichen in der Nacht zum 3. April von einem schwarzen Skoda in Dortmund gestohlen. Der dunkelgraue Audi RS4 wurde in den Niederlanden entwendet.

Etwa fünf Stunden nach der Tat ist der kleine Vorraum schon wieder recht aufgeräumt. Am Automaten sind nur geringe Schäden festzustellen: "Der Tresor des Automaten hielt dem Druck stand, so dass die Täter keine Beute machten", teilt die Polizei mit. Lediglich der obere Teil ist beschädigt; eine Schiebetür ist allerdings durchlöchert und ramponiert. Ein Sicherheitsdienst sorgt dafür, dass kein Unbefugter ins Gebäude kommt.

Karin Tüllmann, Mitarbeiterin einer Bäckerei, erinnert sich genau an die Tat. Um 3.45 Uhr war sie im Geschäft. "Ich weiß die Uhrzeit so genau, weil ich gerade die Backautomaten bedient habe", sagt sie. Sekunden später habe sie gesehen, wie ein dunkler Audi fast genau vor ihrer Filiale wendete. Drei Insassen seien ausgestiegen. Der Fahrer drehte und hielt gegen die Einbahnstraße neben dem Service-Center der Deutschen Bank - während drei Ganoven ins Gebäude gingen. "Ich habe sie, als sie verbotenerweise falsch die Einbahnstraße runterfuhren, noch gefragt, was dieser Blödsinn soll - habe aber natürlich keine Antwort bekommen", so Karin Tüllmann. Als sie wieder an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt war, hörte sie einen Knall - und rief sofort die Polizei. "Das war schon ein gehöriger Schreck in der Morgenstunde", erinnert sich eine 79-Jährige. Sie hatte sich bereits um 4 Uhr in der Frühe mit einigen anderen Damen getroffen, um in der katholischen Pfarrkirche St. Hubertus das Frühstück für die Gottesdienstbesucher vorzubereiten, als es krachte.

Quelle: RP
 
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