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Fußball
Blau-Weiße Tore zum Derby

Fußball: Blau-Weiße Tore zum Derby
Oberkrüchtens Vorsitzender Willi Consoir: "Das haben ein paar Idioten gemacht." FOTO: Busch sen.
Fußball. Ein Dorf schäumt vor Wut: Unbekannte haben die Tore der DJK Oberkrüchten in den Farben des ewigen Rivalen aus Niederkrüchten angemalt. DJK-Vorsitzender Consoir holt zum Rundumschlag aus. Von Wiltrud Wolters

Fussball Wer auch immer sich mit der Sprühfarbe an den Toren auf dem Sportplatz der DJK Oberkrüchten zu schaffen gemacht hat – es war ganze Arbeit. Den Oberkrüchtenern blieb jedenfalls das Frühstücksbrötchen im Halse stecken, als sich die Nachricht von den blau-weißen Toren wie ein Lauffeuer in dem kleinen Ort verbreitete. Blau-weiße Tore – ausgerechnet vor dem Lokalderby gegen den ewigen Dauerrivalen Blau-Weiß Niederkrüchten. "Das haben ein paar Idioten gemacht, die es immer wieder schüren, damit die Vereine Palaver bekommen", sagte Oberkrüchtens Vorsitzender Willi Consoir.

Die Niederkrüchtener "Böcke" und die Oberkrüchtener "Ochsen" pflegen seit jeher eine herzliche Abneigung. Ähnlich wie Dülken und Süchteln oder Amern, Dilkrath und Waldniel nicht zueinanderfinden können. Es ist eine sportliche Rivalität, in der die Grenzen des guten Geschmacks ab und an überschritten werden. Trotzdem pflegen beide eine Zweckgemeinschaft: die SG Krüchten mit Kindern aus Oberkrüchten und Niederkrüchten.

"Nehmen keine Rücksicht mehr"

Würde in Niederkrüchten nicht gerade in diesen Tagen ein Kunstrasenplatz gebaut, würden die blau-weißen Tore vielleicht als Anekdote in die reichhaltige Geschichte dieser Rivalität eingehen. So aber gibt es mächtig Ärger. "Wir vermuten einen bösen Streich von Niederkrüchtener Seite. Wir haben das bei der Gemeinde gemeldet, weil es Sachbeschädigung von Gemeindeeigentum ist. Dann sind wir auch noch blöd angemacht worden. Es ist uns gesagt worden, dass wir es ja sogar selbst gewesen sein könnten, um Niederkrüchten blöd aussehen zu lassen", berichtete Consoir.

Niederkrüchtens Sportamtschef Hans-Willi Cüsters wiegelt ab. "Es könnte jeder gewesen sein. Wir wissen es doch nicht und werden deshalb Anzeige erstatten." Consoir nutzt die Gelegenheit, weiter auszuholen. "Wir haben jetzt die Schnauze voll. Wir wollen keine Rücksicht mehr nehmen. Die Großvereine in Elmpt und Niederkrüchten werden immer bevorzugt, dabei spielen wir alle zusammen in der Kreisliga B", schimpfte der Vorsitzende.

Seit 36 Jahren führt Consoir die DJK. Er erinnerte daran, wie lange der Verein auf Umkleiden warten musste, dass man die Gräben für die Flutlichtanlage selber ausgehoben habe und sieben Jahre auf einen Zuschuss von 25 000 Euro für den Bau des Vereinsheims warten musste. "Andere bekommen in ein paar Jahren einen Kunstrasen. Den hätte man auch zwischen Ober- und Niederkrüchten bauen können, damit beide etwas davon haben", sagte er.

Oberkrüchten stehe in der Gemeinde immer hinten an, behauptet Consoir: "Hier gibt es kein Geschäft, keine Kneipe, keine Bank mehr und auch nur noch einen Pastor mit Niederkrüchten zusammen. Aber wir sind eine verschworene Gemeinschaft. Wir wollen unsere Vereine hochhalten und unsere Identität nicht verlieren. Deshalb wird auch kein gemeinsamer Verein mit Niederkrüchten entstehen. Das bringt nichts."

In der Gemeindeverwaltung gibt es nun Überlegungen, die Vereine an einen Tisch zu holen, um sehr deutlich auf mögliche Konsequenzen, wie etwa die Einfrierung von Zuwendungen, hinzuweisen. "Was passiert als Nächstes? Es geht nicht, dass Gemeindeeigentum beschädigt wird und die Allgemeinheit unter so etwas leiden muss", sagt Cüsters. Übrigens: Im Derby siegte Niederkrüchten nach zwei späten Toren 2:0. Consoir: "Es war ein super faires Spiel. Trotz aller Rivalität."

Quelle: RP
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