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Lokalsport
Lobberich geht gegen Homberg unter

Nettetal. Beim Handball-Oberligisten aus Nettetal hat sich die Personalmisere erstmals heftig im Ergebnis niedergeschlagen. Gestern gab es daheim gegen die Homberger im dritten Spiel der neuen Saison eine deftige 22:39-Niederlage Von Wiltrud Wolters

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass der TV Lobberich sich in dieser Spielzeit völlig neu sortieren muss: Der VfB Homberg lieferte ihn. Der Oberliga-Aufsteiger dominierte die Partie in Lobberich nach Belieben und siegte am Ende völlig verdient 39:22 (19:11). Dabei mussten sich Hombergs Handballer keineswegs verausgaben. "Ich hätte nicht gedacht, dass das so einfach wird", räumte Gästetrainer Rüdiger Winter ein.

Das Bild, das die Lobbericher so nach rund 50 Minuten abgaben, hatte Symbolcharakter. Auf der Auswechselbank sprach keiner einen Ton. Die Spieler starrten ins Leere, vermutlich in der Hoffnung, das Spiel möge schnell zu Ende gehen. "Schwierig. Das ist ein ganz neues Gefühl. Daran muss ich mich erst einmal gewöhnen", meinte Torhüter Bastian Nagel mit Blick auf die Anzeigentafel. Nach Jahren der scheinbaren Leichtigkeit und des Erfolges ist der TV Lobberich im Moment nicht konkurrenzfähig. Jedenfalls nicht, wenn es um die Plätze geht, die die Qualifikation für die Nordrheinliga bedeuten.

Die Spieler müssen sich schnell darauf einstellen, Handball nicht nur zu spielen, sondern auch zu arbeiten. Das gelang gegen Homberg nicht. So bekamen die Gäste fast jeden Abpraller, weil die Lobbericher die Situationen nicht schnell genug erahnten und sich ihren Gegnern nicht energisch in den Weg stellten. Die Gäste hatten von der ersten Minute an leichtes Spiel. Angeführt vom sehr starken Tobias Reich (8) und dem routinierten Mirko Szymanowicz (8) zogen sie über 5:2 und 9:4 davon. Nach 12:6, 14:7 und 16:8 führten sie zur Pause 19:11. Die Lobbericher bekamen in der Defensive keinen Zugriff und in der Offensive fehlte der überraschende Moment. Die Aktionen waren für die Gäste durchweg vorhersehbar. Ihren Vorsprung bauten die Homberger nach dem Wechsel kontinuierlich aus. Den letzten Treffer der Lobbericher markierte Matthias Stelten nach 53 Minuten zum 22:34.

Er gehört zu den Nachwuchskräften, die nun sehr schnell, sehr viel lernen müssen. In der Schlussphase gab TVL-Trainer Jurek Tomasik ihnen allen die Chance. Die Besetzung mit Benedikt Liedtke, Kevin Barbee, Jordi Weisz, Matthias Stelten, Marcel Schöpper und Michael Fleischhauer könnte auch als U 23 auflaufen. Die Spieler brauchen Zeit, sich an ihre neue Rolle zu gewöhnen. Die Älteren hingegen sind gefordert, Verantwortung zu übernehmen, auch das klappte gegen Homberg nicht. Zum Glück für die Lobbericher wird es in dieser Spielzeit keinen Absteiger geben. Insofern haben die Spieler Zeit zu reifen, um dann möglicherweise in der Rückrunde, wenn die Verletzten wieder zurück sind, im Kampf um die Nordrheinliga ein Wörtchen mitreden zu können.

Quelle: RP
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