| 00.00 Uhr

Lokalsport
Mit dem Sportabzeichen-Virus infiziert

Viersen. Erstmals organisierte der Kreissportbund Viersen eine zentrale Auftaktveranstaltung, um für das Sportabzeichen die Werbetrommel zu rühren. Im Stadion des ASV Süchteln kamen Anfänger und erfahrene Breitensportler zusammen. Von Paul Offermanns

Auf den Weg zur Auftaktveranstaltung des Kreissportbundes Viersen im Sportpark Süchtelner Höhen zum Erwerb des Sportabzeichens hatten sich auch Gregor Glißmann (47) und seine Söhne Laurenz (10) und Ben (12) aus Willich gemacht. "Das ist das erste Mal, dass wir gemeinsam so etwas angehen. Dass es ein Sportabzeichen gibt, wusste ich durch meinen Sohn Laurenz, der es bereits in der Schule gemacht hat und von meinem Vater, der das regelmäßig absolviert", sagte Gregor Glißmann.

Seine Frau hatte den Flyer zum kreisweiten Sportabzeichentag daheim an die Pinnwand geheftet. Allerdings konnte er sie und den älteren Sohn nicht für den gemeinsamen Erwerb des Sportabzeichens motivieren. Aber sie hatte ihren Männern zur Stärkung Brötchen eingepackt und für jeden zwei 0,5-Liter-Flaschen Wasser in den Rucksack gesteckt. "Wir Drei wollen heute sehen, wie fit wir sind", sagte der begeisterte Volleyballer, dessen Sohn Laurenz Basketball spielt. Ben ist zwar noch in keinem Verein, hat aber schon an einem Sponsorenlauf seiner Schule mitgemacht. Auf sie warteten sieben Stationen, bei denen Ausdauer, Koordination, Kraft und Schnelligkeit gefragt waren. Abnehmer vom ASV Süchteln, LG Viersen, Viersener TV und vom SV Willich standen ihnen zur Seite und machten Wiederholern und Neulingen Mut. Die Sportabzeichen-Debütanten entschieden sich fürs Werfen: Laurenz warf mit dem 80-Gramm-Ball 25 Meter weit, Ben mit dem 200-Gramm-Ball 26 Meter sowie ihr Vater mit dem Medizinball 13 Meter. Der Vater hätte für das Abzeichen Gold nur 10,50 Meter erreichen müssen. "Das hat mich überrascht", sagte er. Sie absolvierten gemeinsam Weitsprung und Langlauf, 800 Meter für die Jungs und 3000 Meter für ihren Vater. "Yeah", freute sich Gregor Glißmann, als er die 3000 Meter schneller lief als für Gold verlangt: "Ich hatte nichts zu verlieren. Und mein Trainer sagte mir früher bei der Leichtathletik immer: Gehe langsam an." Seine beiden Jungens gestanden zwischendurch: "Ein bisschen anstrengend ist es schon."

Zuvor hatte der 75-jährige Viersener Günter Bongartz die 3000 Meter gelaufen und blieb ebenfalls weit unter den Mindestanforderungen für Gold. "Ich hatte schon alle Disziplinen fürs Sportabzeichen erfüllt, aber heute habe ich mich bis auf Schleuderball überall verbessern können." Aus einem Freundeskreis um den Nettetaler Hajo Siemes (52), der seine 20. Sportabzeichen-Wiederholung anging, schafften Heike Drenker (47), Julietta Breuer (47) sowie Marko Radojewski (52) die Bedingungen für Gold. "Wir testen uns, wie gut wir in unserem Alter noch drauf sind. Wir wollen es der Jugend zeigen, dass wir noch leistungsfähig sind", meinte Radojewski, aktiver Ausdauersportler.

Laurenz, Ben und Gregor Glißmann gingen zum 50-Meter-Sprint in die Hocke und das Trio sprintete Gold-Ergebnisse. "Ihr könnt jetzt auch das Familiensportabzeichen beantragen", sagte Sportabzeichen-Abnehmer Marc Penski (ASV Süchteln). Die Drei, die jetzt noch die Schwimm-Bedingungen erfüllen müssen, freuen sich auf die zusätzliche Urkunde. "Da wird sich der Rest der Familie bestimmt ärgern, dass er nicht mitgemacht hat", meinte Gregor Glißmann schmunzelnd. "Wir sind jetzt infiziert, wollen weitermachen und uns verbessern."

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Lokalsport: Mit dem Sportabzeichen-Virus infiziert


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.