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Handball
TV Boisheim steht am Scheideweg

Handball: TV Boisheim steht am Scheideweg
Spielertrainer Nils Hagemann (hinten links) mit der ersten Mannschaft des TV Boisheim. FOTO: TV Boisheim
Viersen. Der Handball-Traditionsverein aus dem kleinsten Viersener Stadtteil hat sich mit seinen Männermannschaften in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert. Doch jetzt stoßen die Boisheimer so langsam an ihre Grenzen. Von Alyssa Pannwitz

Handball hat beim TV Boisheim, der 1934 gegründet wurde, eine sehr lange Tradition. Der Verein schickte bereits 1936 eine Mannschaft, damals allerdings noch im Feldhandball, ins Rennen. Richtig reden machte der Club von sich, als die Damenmannschaft 1981 in die Regionalliga aufstiegen, was zu diesem Zeitpunkt die zweithöchste Liga in Deutschland war. Immerhin konnte sich das Team aus der 2000-Seelen-Ort sechs Jahres in der Liga behaupten. In jüngerer Vergangenheit machten dann die Männer von sich reden. Seit 2011 feierten sie vier Aufstiege und schafften dabei den Sprung von der Kreisliga D bis in die Bezirksliga.

Dieses Team entstand aus der damaligen A-Jugend und wird bis heute von Nils Hagemann, seit geraumer Zeit das "Mädchen für alles" in der Handball-Abteilung, trainiert. 2013 wurde dann noch eine zweite Männermannschaft gegründet, die mittlerweile auch den Sprung von der Kreisliga D in die Kreisliga B schaffte, und dort als Aufsteiger in diesem Jahr für Furore sorgt, ziert sie doch die Tabellenspitze.

Allerdings ist die Abteilung nun auch ihre Grenzen gestoßen und es wird eifrig nach neuen Möglichkeiten gesucht, um diesen Erfolgsweg fortzusetzen. Die beiden Männermannschaften trainieren gemeinsam, um auch vernünftige Einheiten auf die Beine stellen zu können. Viele der Spieler sind Studenten, die lediglich am Wochenende nach Hause kommen, und auch das ist nicht immer der Fall, so dass der Bezirksligist bereits die eine oder andere Partie mit einem Rumpfkader bestreiten musste. "Bei uns steht eindeutig der Spaß im Vordergrund", betont Nils Hagemann, Trainer und Abteilungsleiter in Personalunion. "Unser einziges Ziel ist der Klassenerhalt. Aber wie jede andere Mannschaft müssen auch wir versuchen, neue Spieler zu gewinnen. Und das ist gar nicht so einfach. Junge, talentierte Spieler aus der Umgebung bleiben lieber bei ihren Vereinen, weil sie entweder in der gleichen Liga spielen, oder wenn sie aus der Jugend kommen, hochklassiger spielen möchten. Und wir selber schaffen es nicht mehr, eine eigene Jugend zu stellen."

Der Verein als solcher ist zwar insgesamt sehr gut aufgestellt und auch die Kooperationen mit Schulen funktionieren, doch es fallen einfach nicht genug Interessenten für den Handball ab, um eine spielfähige Jugendmannschaft auf die Beine zu stellen. So ist gut Rat teuer, und die Verantwortlichen machen sich intensiv Gedanken, wie es mit dem Handball beim TV Boisheim weitergehen wird. Seit geraumer Zeit werden einige Ansätze intensiv diskutiert. Sei es zum Beispiel eine Spielgemeinschaft mit einem anderen Verein, oder auch ein externer Trainer, der nicht nur neuen Schwung, sondern vielleicht auch neue Spieler mitbringt. Dazu passt auch, dass Hagemann, der dem Verein seit seiner Jugend treu geblieben ist, kürzer treten möchte. "Es wäre schön, wenn die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt wären", betont er. "Mein Steckenpferd ist die Trainertätigkeit, die auch gerne weitermachen würde. Es ist allerdings klar, dass wir mit unseren Kapazitäten an die Grenzen gestoßen sind und wir dringend Veränderungen brauchen. Klar ist natürlich auch, dass wir auf das Erreichte sehr stolz sind und das wollen wir einfach nicht aufs Spiel setzen."

Quelle: RP
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