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Viersen
Streicher, Bläser und Pink-Floyd-Sound

Viersen: Streicher, Bläser und Pink-Floyd-Sound
Die Viersener Band "Meddle" spielt Lieder von Pink Floyd. FOTO: Mai, Dieter
Viersen. Seit 2009 führt das Viersener Bandprojekt "Meddle" mit Erfolg die Musik der legendären Pink Floyd auf. Die aktuelle Ergänzung um klassische Musiker verspricht ein bemerkenswertes Hörerlebnis - so im August bei "Brüggen Klassik" Von Dieter Mai

Dreimal in Folge die Festhalle Viersen ausverkauft, das können nicht allzu viele Bands der Stadt für sich reklamieren. Gelungen ist dieses Kunststück dem Bandprojekt Meddle, das mit seiner Musik ausschließlich dem Werk der britischen "Supergroup" Pink Floyd huldigt.

Angefangen hatte alles im Jahr 2009, als die Coverspezialisten "Die tolle Bänd" ein Seitenprojekt mit Stücken von Pink Floyd aus der Taufe hoben. Beim Event eines regionalen Energieversorgers in der Mönchengladbacher Kaiser-Friedrich-Halle spielte die Band ihr Pink-Floyd-Programm erstmals vor Publikum. Der Abend in Mönchengladbachs "guter Stube" wurde zum einschneidenden Erlebnis für die Viersener Musiker. Drummer Sascha Hommen erinnert sich: "Das war eine völlig neue Situation für uns. Die große Halle, komplett bestuhlt, und da sitzt ein Publikum, das die Stücke ganz genau kennt und aufmerksam zuhört. Kein Zwischenapplaus, kein bierseliges Mitsingen. Der Moment der Stille, wenn der letzte Akkord eines Stücks verklungen ist bis zum Einsetzen des Applauses, das ist einfach unbeschreiblich."

Gitarrist Michael Stockschläger schildert ähnliche Erfahrungen: "Das ist schon etwas ganz besonderes, wenn du spürst, dass dein Publikum sich von dir auf eine Reise mitnehmen lässt und die Zuhörer sich einfach fallenlassen. Wenn die Leute berührt sind, dann spürst du das als Musiker." Rhythmusgitarrist Olaf Hansen ist eine Begegnung besonders in Erinnerung geblieben: "In einer Konzertpause sprach mich in der Viersener Festhalle ein älteres Ehepaar an und bedankte sich. Beide waren sichtlich bewegt. Sie hatten sich die Konzertkarten gegenseitig zum 45. Hochzeitstag geschenkt."

Angesichts dieser ganz neuen Qualität von Aufmerksamkeit und Wertschätzung durch ein anspruchsvolles Publikum war für "Die tolle Bänd" schnell klar, dass es nicht bei diesem einen Pink-Floyd-Abend bleiben würde. Das Projekt Meddle war geboren. Dessen Konzerte erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit beim Publikum, und auch externen Veranstaltern ist die herausragende Qualität dieser Pink-Floyd-Tributeband nicht entgangen: Mittlerweile sorgen Meddle auch im Ruhrgebiet und den benachbarten Niederlanden für ausverkaufte Konzerthallen.

Ein erklärtes Ziel der Band: in den Shows stets das Besondere zu bieten. So folgen die Konzertabende nur teilweise einer klassischen "Best of"-Dramaturgie. Ganz im Sinne der großen Vorbilder, die das Stilmittel des Konzeptalbums zur Perfektion entwickelten, ist eine Hälfte jedes Meddle-Konzerts immer einem kompletten Album aus der langen Bandgeschichte gewidmet. Mit ihrem aktuellen Projekt legen Meddle dabei die Messlatte in Sachen musikalischer Qualität noch einmal höher. Diesmal steht das Album "Atom Heart Mother" im Mittelpunkt. Dessen teilweise opulente klassische Orchestrierung simulieren Meddle nicht etwa mit digitalen Mitteln, wie das heutzutage problemlos möglich wäre. Um ihren Fans ein authentisches Live-Erlebnis zu bieten, wird die Band erstmals um eine ganze Reihe klassisch ausgebildeter Orchestermusiker ergänzt: Ein Streichquartett, ein zehnköpfiger Chor sowie zehn Bläser kommen zum Einsatz und dazu, wie bei jedem Auftritt, die drei Sängerinnen Jill Kempken, Moja Nardelli und Tanja Magolei-Schüpper.

Im Proberaum funktioniert der Aha-Effekt: Das klassische Orchester kommt hier noch vom Band, aber als die jedem Pink-Floyd-Fan wohlvertraute, charakteristische Slide-Guitar einsetzt, reicht ein kurzes Augenschließen, um die Illusion zu vervollkommnen: Da spielt doch David Gilmour?

Quelle: RP
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