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Viersen
Vereine buhlen um die Sportpauschale

Viersen: Vereine buhlen um die Sportpauschale
Am Hohen Busch besteht nach Ansicht der der dort angesiedelten Vereine der größte Sanierungsbedarf. Unter anderem wollen sie eine Kunststofflaufbahn. FOTO: Busch, Franz-Heinrich sen. (bsen)
Viersen. In der morgigen Sportausschusssitzung geht es um die Zukunft von vier Sportstätten im Viersener Stadtgebiet. Es werden Weichen dafür gestellt, welche Sportvereine wie viel Geld für ihre Modernisierungskonzepte erhalten. Von David Beineke

Für sieben Sportvereine aus dem Viersener Stadtgebiet geht am morgigen Dienstag die Zeit des Wartens und Bangens vorbei. Bei der Sitzung des Sportausschusses werden die Weichen gestellt, wie die Zukunft wichtiger Sportstätten aussieht. Konkret wird darüber abgestimmt, ob die Verwaltung mit den Vereinen in Detailgespräche darüber eintritt, ob und wie die Konzepte zur Renovierung der von ihnen genutzten Anlagen umgesetzt werden können.

Der TSV wünscht sich, dass der Aschenplatz in Boisheim in einen Naturrasenplatz umgewandelt wird. FOTO: Franz-Heinrich Busch

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Lokalpolitik zuvor ihr Okay dazu gibt, dass die Sportpauschalen des Landes von rund 200.000 Euro pro Jahr für 2016 bis 2022 - also 1,2 Millionen Euro insgesamt - für die Sportstättensanierung zur Verfügung gestellt werden. So wurde auch schon in der Rats-Wahlperiode von 2009 bis 2014 verfahren, als die Sportpauschalen im Voraus zusammengezogen und für die Modernisierung der Anlagen des Viersener THC, des ASV Süchteln und BW Concordia Viersen investiert wurden.

Einen erheblichen Unterschied gibt es allerdings zu damals: Weil die Modernisierungsvorschläge des TSV Boisheim, des Dülkener FC und der Vereinsgemeinschaft aus 1. FC Viersen, SC Viersen-Rahser, LG Viersen und TDFV Viersen (als Nutzer der Anlagen am Hohen Busch) in Summe so teuer sind, dass die Sportpauschale bis zum Ende der nächsten Rats-Wahlperiode im Jahr 2020 nicht reichen würde, wurde die Zeitspanne bis 2022 ausgedehnt. Damit würde schon in die Rechtsgeschäfte des nächste Rates eingegriffen, durch diesen Kniff stünden dann rund 1,2 Millionen Euro zur Verfügung.

Der Rasenplatz des Dülkener FC ist nicht mehr der beste. Der Vereine träumt von einem neuen Hybridrasen. FOTO: Busch, Franz-Heinrich sen. (bsen)

Damals wie heute gilt aber: Um an das Geld zu kommen, mussten sich die Vereine im Vorfeld verpflichten, einen gewissen Eigenanteil einzubringen. "Dass wir die Sportpauschale kumulieren ist schon etwas Besonderes. Um vom Jahresprinzip wegzukommen, brauchen wir die Zustimmung des Kämmerers. Aber dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass wir durch die Eigenanteile der Vereine unter dem Strich mehr Geld für die Ertüchtigung der Sportstätten zur Verfügung haben", erklärt Sportdezernent Dr. Paul Schrömbges.

Die Vereine waren in den vergangenen Monaten und Jahren intensiv damit beschäftigt, Konzepte und Argumente zu entwickeln, um die Lokalpolitik von ihren Vorhaben zu überzeugen und so ein möglichst großes Stück vom Kuchen abzubekommen. In den letzten Wochen vor der Sportausschusssitzung ist jedenfalls noch mal ganz intensiv hinter den Kulissen verhandelt worden, zuletzt trafen sich die Obleute der Ratsfraktionen, um letzte Details zu klären. Die Ergebnisse der Verhandlungen und Gespräche hat die Verwaltung in ihre Vorlage für die morgige Sportauschuss-Sitzung eingearbeitet.

Bis der Aschenplatz an der Brandenburger Straße in einen Naturrasen verwandelt wird, muss sich die SG Dülken wohl noch bis 2017 gedulden. FOTO: Busch, Franz-Heinrich sen. (bsen)

TSV Boisheim Der Verein aus dem kleinsten Viersener Stadtteil möchte den Aschenplatz auf der von ihm genutzten Anlage an der Brüggener Straße in einen Naturrasenplatz umwandeln. Dafür veranschlagt die Verwaltung rund 185.000 Euro. Da der Sportausschuss den Boisheimern 76.000 Euro aus der Sportpauschale 2014 zugesagt hat, müssen noch 110.000 Euro finanziert werden. 37.000 Euro soll der TSV an Eigenleistung erbringen.

Dülkener FC Der DFC möchte den Rasenplatz auf der Anlage am Bielenweg (Stadion Stadtgarten) wegen des schlechten Zustandes in einen Hybridrasen umwandeln lassen. Die Mischung aus Kunst- und Naturrasen ist günstiger als ein reiner Kunstrasen. Die Verwaltung rechnet mit Kosten in Höhe von 350.000 Euro, worin auch ein Bodengutachten und eine Versickerungsanlage beinhaltet sind. Außerdem soll im Zuge der Arbeiten die Deckschicht des Aschenplatzes an der Bahnlinie nachgebessert werden. Auf die Dülkener kommt ein Eigenanteil von 70.000 Euro zu.

LG Viersen, 1. FC Viersen, SV Viersen-Rahser, TDFV Viersen Die vier am Hohen Busch angesiedelten Vereine haben ihre Wünsche gebündelt und ein gemeinsames Konzept vorgelegt. Aus ihrer Sicht soll das Stadion mit einer Kunststofflaufbahn ausgestattet werden, der Aschenplatz hinter der Tribüne soll zu einem Kunstrasenplatz werden, der existierende Kunstrasenplatz soll saniert werden und die Umkleiden neben der Tribüne sollen erweitert werden. Dafür wären nach Berechnungen des Vereins rund 1,5 Millionen Euro nötig gewesen. Die vier Vereine wollten sich mit 500.000 Euro Eigenanteil einbringen. Die Verwaltung schlägt vor, den bestehenden Kunstrasenplatz zu sanieren (330.000 Euro) sowie die technischen Leichtathletikanlagen zu erneuern und weitere Renovierungsarbeiten im Stadion vorzunehmen (750.000 Euro). Dabei ist ein Eigenanteil von 216.000 Euro vorgesehen.

SG Dülken Die SG nimmt mit ihrem Wunsch, den Aschenplatz auf der Anlage an der Brandenburger Straße in einen Naturrasenplatz umzuwandeln, eine Sonderstellung ein. Weil die SG-Anlage auch für den Sportunterricht zweier Gymnasien und der Grundschule Dammstraße genutzt wird, soll die Umwandlung des Aschenplatzes gemeinsam mit einer Sanierung der Laufbahn ins Jahr 2017 verschoben werden. Dann stehen Mittel aus der Schulpauschale zur Verfügung. Dennoch werden Eigenleistungen des Bistums und der SG Dülken erwartet.

Quelle: RP
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