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Viersen
Viersen muss erneut Sporthalle schließen

Viersen: Viersen muss erneut Sporthalle schließen
Voraussichtlich bis Ende des Jahres wird in der Sporthalle der Johannes-Kepler-Realschule nicht mehr gespielt und trainiert. Unser Foto entstand im Jahr 2007 - damals gab's Feuchtigkeitsprobleme. Die Hallendecke wurde daraufhin saniert. Jetzt sollen die Deckenplatten ausgetauscht werden. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Viersen. Vor einer Woche gab die Stadt Viersen bekannt, dass die Gesamtschule saniert werden muss. Grund: statische Mängel. Gestern schloss sie kurzfristig die Sporthalle der Johannes-Kepler-Realschule in Süchteln. Der Grund: Sicherheitsmängel Von David Beineke und Martin Röse

Die Stadt Viersen hat gestern kurzfristig die große Sporthalle der Johannes-Kepler-Realschule in Süchteln für den Betrieb gesperrt. "Wie bei der gesperrten Halle des Clara-Schumann-Gymnasiums in Dülken zeigte sich bei der Prüfung auch in Süchteln, dass die Aufhängung der Deckenplatten nicht den heutigen Sicherheitsanforderungen entspricht", erklärte Stadtsprecher Frank Schliffke. Nach ersten Erkenntnissen empfehle der Gutachter nicht nur, die Aufhängungen nach aktuellen Sicherheitsstandards nachzurüsten. Vielmehr habe er angeregt, zusätzlich die Deckenplatten durch andere zu ersetzen. Erst vor zehn Jahren gab es in der Sporthalle eine Deckensanierung für mehr als 140.000 Euro - nachdem Feuchtigkeitsschäden entdeckt worden waren.

Betroffen von der Sperrung - sie soll nach Informationen unserer Redaktion bis Jahresende dauern - sind nicht nur die Realschüler, sondern auch der gut 3100 Mitglieder starke ASV Süchteln. Der Verein nutzt die Halle an allen Tagen der Woche für den Übungs- und Wettkampfbetrieb. "Stadtverwaltung und Verein versuchen gemeinsam, so schnell wie möglich so viele Hallenstunden wie möglich in andere Hallen im Umkreis zu verlegen", erklärte der Stadtsprecher gestern.

Die Halle der Johannes-Keppler-Realschule ist die wichtigste Halle für den ASV Süchteln. Von der Schließung sind zunächst die Handball-Abteilung, die Trampolin-Abteilung und die Herz-Sport-Gruppen betroffen. Nach der Umstellung auf Winterzeit kommen auch noch die Leichtathleten und die Fußballer hinzu, denn die Kinder trainieren im Winter auch in der Halle. Der ASV-Vorsitzende Wolfgang Güdden sagte gestern: "Die Schließung ist eine Katastrophe für uns."

Aktuell entwerfe der Verein einen Notfallplan für das Wochenende. "Danach schauen wir weiter." Verschärft wird die Lage dadurch, dass ausgerechnet am Wochenende die neue Handball-Saison beginnt. Beispielweise empfängt die Landesliga-Mannschaft der Süchtelner morgen Abend den TV Oppum II. Als Ausweichhalle steht die Karl-Rieger-Halle zur Verfügung. Dort sind eigentlich die Volleyballer untergebracht, doch deren Spielbetrieb beginnt erst eine Woche später.

Riesige Probleme sieht Güdden auf den Verein mit Blick auf den regelmäßigen Trainingsbetrieb zukommen. Etwa bei den Trampolin-Turnern. Die Karl-Rieger-Halle sei zwar grundsätzlich hoch genug für sie, doch die Zugänge der Sportstätte seien nicht groß genug, um dort die Trampoline hineinzubekommen. "Da kann man niemandem einen Vorwurf machen. Die Sportverwaltung bemüht sich, uns zu helfen. Doch eins ist auch sicher: Das kostet uns garantiert Mitglieder", sagt Wolfgang Güdden.

Der ASV-Vorsitzende hofft, dass die Hallenschließung dazu genutzt wird, gleichzeitig den Boden zu erneuern. Der wurde bislang häufig geflickt und sei in einem erbärmlichen Zustand. "Wenn das mitangepackt würde, dann hätte sich der riesige organisatorische Aufwand rund um die Schließung wenigstens gelohnt", betont Güdden.

Ein ähnliches Konzept fährt die Stadt Viersen aktuell bei der Anne-Frank-Gesamtschule an der Lindenstraße. Dort werden energetische Sanierung und die Beseitigung von Statik- und Brandschutzmängeln zusammen erledigt. Für 15 Monate müssen die knapp 630 dort unterrichteten Gesamtschüler das Schulgebäude verlassen.

Vor knapp einem Monat hatte die Stadt auch die Sporthalle des Clara-Schumann-Gymnasiums aus Sicherheitsgründen kurzfristig gesperrt, nachdem Baustatiker bei einer Prüfung Mängel entdeckt hatten. Die Halle soll voraussichtlich in den Herbstferien saniert werden. In dem 1970er-Jahre-Bau waren unter anderem Deckenpaneele nur mit einer statt mit zwei Schrauben befestigt. In der Sporthalle der Johannes-Kepler-Realschule rät der Gutachter nicht nur zu einer Verstärkung der Aufhängungen, sondern auch zu einem Austausch der Deckenplatten. Die damals verwendeten Platten würden einem härteren Ballaufprall nicht standhalten.

Quelle: RP
 
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