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Viersen
Warten und wählen: Der Tag an der Wahlurne

Viersen: Warten und wählen: Der Tag an der Wahlurne
André Paland (Mitte); Wahlvorstand im Wahllokal 824.2, öffnet die Urne. Die Wahlhelfer sind zum Auszählen bereit. FOTO: buschkamp
Viersen. André Paland kann am Sonntag eigentlich ausschlafen. gestern nicht. Denn er ist Wahlvorstand in einem der 61 Wahllokale im Viersener Stadtgebiet. Von Daniela Buschkamp

6.45 Uhr Bei André Paland in Nettetal-Leuth klingelt der Wecker. Der 33-Jährige, der im technischen Dezernat der Stadt Viersen als Assistent der technischen Beigeordneten Beatrice Kamper arbeitet, steht auf. Nach einem guten Frühstück geht es mitten in der Viersener Innenstadt: Im Immobiliencenter der Sparkasse an der Hauptstraße 91 stehen heute nicht Häuser zur Wahl, sondern Bundestagskandidaten und Parteien.

7.15 Uhr André Paland hat die Glastür des Wahllokals 824.2 aufgeschlossen. Außer ihm sind noch acht Wahlhelfer dabei. Ein Team arbeitet von 8 bis 13 Uhr, danach das zweite. Worauf sich alle freuen: auf einen guten Kaffee.

7.45 Uhr Die Hinweisschilder "Wahllokal" werden aufgehängt. Die Wahlurne wird kontrolliert, mit einem Schloss gesichert und aufgestellt. Tische und Stühle werden für die Wahlhelfer zusammengestellt. Einer nimmt die Wahlbenachrichtigung an, der zweite kontrolliert diese im Wählerverzeichnis und gleicht mit dem Personalausweis ab, der dritte händigt den Stimmzettel aus, der vierte sitzt direkt an der Urne. Jutta Meinor und Birgit Kalina erleben ihre Premiere als Wahlhelferinnen, Gisela Geuster und Elisabeth Boxberg haben bereits Erfahrung - so wie André Paland. Seit 2009 ist er Wahlhelfer, seit fünf Jahren im Immobiliencenter an der Hauptstraße. Die grauen Wahlkabinen sind auf zwei Tischen aufgebaut, in jeder ist ein Stift angeknotet. Alles bereit für die ersten Wähler. André Paland und sein Team trinken die erste Tasse Kaffee.

9 Uhr Der erste Schwung wählt. "Die meisten erledigen das auf dem Weg zum Bäcker oder kommen direkt mit der Brötchentüte", sagt Paland. Die Wahlhelfer selbst sind gut gestärkt. Wer will, könnte zum Bäcker oder später an einem der Stände des Stadt-Land-Marktes gehen.

11.50 Uhr André Paland meldet erstmals die Wahlbeteiligung: Bisher haben 189 Menschen ihre Stimme abgegeben. "Bei der Landtagswahl war es zu diesem Zeitpunkt bereits 225", erinnert er sich.

13 Uhr Schichtwechsel.

13.30 Uhr Paland hat das Wahllokal verlassen, fährt nach Hause, um etwas zu essen. Denn er weiß: Der Abend kann lang werden. Um 18 Uhr wird auch sein Wahllokal pünktlich schließen, dann werden die Stimmen ausgezählt. Das kann schnell klappen. Zuhause schaltet Paland noch ein wenig ab und den Fernseher ein.

15.50 Uhr Inzwischen haben 475 Viersener ihre Stimme abgegeben. Immer wieder kommen Menschen auch ohne Wahlbenachrichtigung. Kein Problem für diejenigen, die im Wählerverzeichnis stehen. Sie können gegen Vorlage des Personalausweises wählen. Wer sich nach einem Umzug nicht umgemeldet hat und nicht verzeichnet ist, kann dagegen kein Kreuzchen machen.

17.58 Uhr Mit schnellen Schritten stürmt ein junger Mann ins Immobiliencenter, fragt: "Kann ich noch wählen?" Ja, kann er. Rasche Kontrolle, alles stimmt, mit Stimmzettel in die Kabine, eine Minute später ist der Zettel in der Urne. Er ist der letzte Wähler. Noch schnell einen Kaffee, alle blicken gebannt auf die Uhr. Uhrenvergleich.

18 Uhr Paland schließt die Tür symbolisch, öffnet sie anschließend wieder. Alle Wahlhelfer sind wieder da und rücken Tische. Der Wahlvorstand öffnet die graue Urne.

18.22 Uhr Die Stimmzettel werden nach Parteien sortiert, zweimal gezählt, Andre Paland notiert das Ergebnis. Alles ok.

18.45 Uhr Alle Stimmen sind ausgezählt. Der Wahlvorstand ist erleichtert: Die Zahlen stimmen überein: 556 Stimmen wurden gezählt, ebenso viele Stimmzettel abgegeben. "Passt", sagt er zufrieden. Jetzt muss er die Wahlzettel prüfen, die kein eindeutiges Ergebnis haben.

18.48 Uhr Die nach Parteien sortierten Wahlzettel werden gebündelt, mit Gummiringen zusammengefasst, in braunes Packpapier gewickelt. Das Paket wird versiegelt und in einen schwarzen Koffer gepackt.

18.52 Uhr Paland meldet das Ergebnis per Handy an das Stadthaus - das Telefon zickt. Danach bringt er die Niederschrift dorthin: 191 Stimmen gab es für die CDU, 149 für die SPD. Ist die Wahl damit vorbei? "Nein, ich schaue noch Wahlanalysen", sagt der Wahlleiter.

In einer vorherigen Version des Textes hieß es: "18 Uhr: Andre Paland schließt die Tür ab." Diese Darstellung war falsch. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Quelle: RP
 
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