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Wermelskirchen
"à la carte" sorgt für Trubel in der Stadt

Wermelskirchen: "à la carte" sorgt für Trubel in der Stadt
Lieben nicht nur Portugal, sondern auch Wermelskirchen (v.l.): Antonio Alves, Rosa Machado, Sabrina Machado und Maria Viegas vom portugiesischen Kulturverein präsentieren verschiedene Köstlichkeiten. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Auch wenn das Wetter nicht gerade optimal war, strömten gestern wieder tausende Besucher nach Wermelskirchen. Von Walter Schubert

Was diese kleine Stadt im Bergischen an einem Sonntagnachmittag auf die Beine stellt, ist wirklich erstaunlich. Die Geschäfte sind geöffnet, viele Firmen präsentieren ihre Waren oder Dienstleistungen, die Vereine stellen sich vor und überall wird gekocht, gebraten, gegrillt und gezapft. Um alles zu sehen, alles mitzunehmen sind fünf Stunden viel zu wenig. Zumal auch außerhalb des Stadtzentrums zu "à la carte" einiges los ist. Der Baumarkt hat geöffnet, es gibt einen Skibasar, die Katt lädt zur Kleiderbörse ein. "13 bis 18 Uhr, das gilt. Daran ist nicht zu rütteln", sagt Jan Lawrenz, zweiter Vorsitzender des Stadtmarketingvereins "WiW". Auch die langen Öffnungszeiten bis 22 Uhr oder ein Mitternachts-Shopping ließen sich nicht auf einen Sonntag übertragen.

Um kurz nach 13 Uhr lassen sich die ersten Gäste bereits die portugiesischen Spezialitäten schmecken, wenig später ist die riesige Paella-Pfanne bei den spanischen Freunden schon zur Hälfte leer. Ob CDU-Waffeln oder Loches-Crêpes - alles findet Zuspruch. Die Oldtimer auf dem Loches-Platz sind immer ein Anziehungspunkt. Ob an der kleinen BMW-Isetta oder dem gigantischen Heckflossen-Straßenkreuzer: Überall wird gefachsimpelt und bestaunt. Ganz stilecht steht mittendrin ein dreckiger Mercedes. Es scheint, als käme das Fahrzeug direkt von der Rallye Hamburg-Shanghai, an der es 2012 teilnahm.

In Richtung Schwanen ist es zunächst ruhig. Doch ganz unten, am Hotel zum Schwanen, gibt es eine lange Menschenschlange. Dort werden Backfisch- und Lachsbrötchen angeboten. Manch ein Mund ist gezeichnet von der leckeren Remouladensoße. Es schmeckt offensichtlich und es zeigt: Wer etwas Besonderes anbietet, zieht die Menschen an - auch wenn das Wetter diesmal nicht optimal ist.

Manchmal ist es ganz einfach, Menschen anzulocken. Man nehme ein Fass Kölsch, biete Reibekuchen an, setze sich ein lustiges Mützchen auf und lasse im Hintergrund Karnevalsmusik laufen: Schon ist die Stimmung gut, und Pfarrer Michael Knap kann kaum "Guten Tag" sagen, so lecker sind die Reibekuchen am Stand der Karnevalsgesellschaft Rot-Weiss St. Michael an der Kölner Straße. Der Markt wird für eine besondere Aktion genutzt: Sandra und Matthias Pahl haben über den Platz Wäscheleinen gespannt und daran Plastiktüten befestigt. Ein Hingucker und Basis für intensive Diskussionen über den Missbrauch mit diesen Tüten. Der Klettergarten bietet Probefahrten mit den zweirädrigen Segways an. Auf der Telegrafenstraße bleiben plötzlich alle stehen, als ganz ungewöhnliche Musik durch die Straße hallt. Es ist ein Auftritt der "Wupper-District-Pipe-Band". Sie präsentiert Dudelsack-Musik, natürlich in passendem Outfit, und erntet dafür reichlich Applaus. Dass in Wermelsirchen durchaus viel los ist, belegt auch ein kleines Programmheft, dass "WiW" gerade zu "à la carte" fertiggestellt hat nun verteilt. "Wir haben alle Veranstaltungen aufgelistet, die bis zum Jahresende stattfinden", sagt Geschäftsführer André Frowein. Konzerte, Ausstellungen, Märkte und Umzüge sind darin aufgelistet, insgesamt mehr als 150 Veranstaltungen.

Quelle: RP
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