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Wermelskirchen
Behindertenbeirat lehnt Urwahl ab

Wermelskirchen. Die WNKUWG erhöht den Druck auf den Beirat für Menschen mit Behinderung und den Ausschuss für Soziales und Inklusion. Die Fraktion um Henning Rehse fordert eine Reform des Wahlverfahrens für diesen Beirat - im Rat soll sogar in namentlicher Abstimmung über die von der WNKUWG vorgelegte Satzung abgestimmt werden. Der Beirat ließt sich in jüngster Sitzung davon nicht beeindrucken und empfahl dem Fachausschuss einstimmig, den neuen Antrag abzulehnen.

Die WNKUWG will die Beirats-Urwahl. Denn: Aus ihrer Sicht bestehe der Beirat nur aus Vertretern von Institutionen, die sich "gegenseitig immer aufs Neue" in den Beirat wählten, es habe niemals eine demokratische Wahl zum Beirat stattgefunden. Als Vorbild führt die Fraktion das Wahlverfahren der Stadt Lohmar an.

Beiratsmitglied Klaus Klophaus zeigte sich entsetzt über solche Vorwürfe: "Hier wird uns unterstellt, wir seien ein Selbstbedienungsladen. Das sind wir nicht." Im Vorfeld würden immer alle Gruppierungen in der Stadt aufgefordert, Vertreter für eine Wahl zu benennen. Dass es nur elf seien, die zur Wahl ständen und damit alle in den Beirat gewählt würden, sei sicher unglücklich. "Es gibt in Wermelskirchen mehr Gruppierungen. Die sollten dringend angesprochen werden."

Das Wahlverfahren in Lohmar sieht Christian Ay nicht gerade als "demokratische Legitimation" an. "Fünf Prozent der Behinderten haben in Lohmar gewählt. Ist das eine Legitimation?" Ulrike Böhm ("alpha") hält es ebenfalls für wenig sinnvoll, die Wermelskirchener Satzung zu ändern. "Der Vertreter eines Verbandes oder Vereins vertritt ein viel größeres Spektrum als ein einzeln gewählter Bewerber."

Auch Katharina Sachser meinte, die Satzung müsse nicht geändert werden. "Unsere Satzung ähnelt der des Landesbehindertenverbandes." Andreas Willinghöfer erhob den Vorwurf, dass "ständig übereinander, aber nicht miteinander" über dieses Thema geredet worden sei. "Warum ist die WNKUWG nicht mal auf uns zugekommen?" Gemeinsam wäre vielleicht etwas Sinnvolles rausgekommen. Jetzt aber nicht mehr, erklärte er klipp und klar. Zumal: "Es hat Anfeindungen bei diesem Thema bei Facebook gegenüber Beiratsmitgliedern gegeben. Das geht gar nicht, nur weil man eine andere Meinung äußert."

(tei.-)
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