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Wermelskirchen
DRK-Ortsverein bittet um personelle und finanzielle Hilfe

Wermelskirchen: DRK-Ortsverein bittet um personelle und finanzielle Hilfe
Die DRK-Helfer haben in der Kleiderkammer zurzeit alle Hände voll zu tun - die Spendenbereitschaft der Wermelskirchener ist groß. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. "Wir helfen vor Ort. Helfen Sie uns!" So lautet der aktuelle und eindringliche Aufruf des Deutschen Roten Kreuzes. "Geldspenden bleiben zu 100 Prozent hier vor Ort", betont Rainer Hussels, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins. Von Walter Schubert

Doch es geht nicht nur um Geld. Auch personell stößt das DRK zurzeit an seine Grenzen. "Wir haben einige aktive Mitglieder durch Ausbildung oder Studium verloren", sagt Bereitschaftsleiter Bernd Koebke. "Die stehen nur noch am Wochenende zur Verfügung."

Die Flüchtlingswelle hat auch das DRK in Wermelskirchen überrollt. Die Helfer sind im Dauereinsatz. Und da sie fast alle ehrenamtlich tätig sind, wird eine Freistellung durch die Arbeitgeber immer schwieriger. "Bei Katastropheneinsätzen wie Überschwemmungen ist ja ein Ende abzusehen. So ein Einsatz ist begrenzt, alle können planen und sich darauf einstellen", erläutert Koebke. "Aber so einen Einsatz wie bei den Flüchtlingen hat es ja noch nie gegeben."

Die Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen wie dem Technischen Hilfswerk (THW) oder der Feuerwehr funktioniert gut. "Aber die haben sicher auch diese Probleme", meint Koebke. Der DRK-Ortsverein bittet um Geld- und Sachspenden, aber auch um Mithilfe von Leuten, die mit anpacken. "Jede Hand ist willkommen. Die Helfer müssen auch nicht Mitglied bei uns werden", versichert Hussels.

Die Spendenbereitschaft ist bereits groß, wie in der Kleiderkammer an der Berliner Straße zu sehen ist. Bis zur Decke stapeln sich dort Plastiktüten und Kartons. Jedes Teil wird begutachtet und nach Frauen-, Männer- oder Kinderkleidung sowie nach Größen sortiert. "Es ist eine sehr zeitintensive Arbeit", sagt Sabine Ballsieper, die normalerweise die Leitung im Blutspendedienst übernimmt. "Die meisten Spenden sind in einem guten Zustand, nur wenige nutzen diese Möglichkeit zur Müllentsorgung."

Aktuell wird dringend Kleidung für Herbst- und Winterwetter benötigt. "Hausschuhe und Badeschlappen könnten wir gut gebrauchen", sagt Ballsieper. Sechs Erstaufnahmestationen gibt es laut Hussels im Rheinisch-Bergischen Kreis, eine weitere wird zurzeit in den beiden Turnhallen an der Schubertstraße vorbereitet. Hussels: "Eine Planung ist schwierig, denn wir wissen nicht wer kommt, wie viele kommen und wann sie kommen."

Quelle: RP
 
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