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Wermelskirchen
Ein Keller voller Erinnerungsstücke

Wermelskirchen: Ein Keller voller Erinnerungsstücke
Claus Füllhase würde seine Sammlung im Keller gerne einmal der Öffentlichkeit präsentieren. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Claus Füllhase sammelt alles über die Stadtgeschichte. Ideal wäre ein öffentlicher Raum für Archiv und Ausstellungen. Von Walter Schubert

Wie war es früher? Und wie hat sich etwas im Laufe der Jahre verändert? Alte Bilder, Fotos, Texte, Urkunden, Geschichten und Dokumente aus dem Bergischen Land und speziell über Wermelskirchen sind das Hobby von Claus Füllhase (71). Diese Leidenschaft hat im Laufe der Jahre zu einer stattlichen Sammlung geführt. Im Wohnzimmer und vor allem in einem kleinen Kellerraum stapeln sich seine Schätze.

Gerade wurde Füllhase gebeten, bei der 150-Jahr-Feier des Gymnasiums im Januar 2018 zu helfen. Und zu diesem Thema hatte er schnell etliche Fotos gefunden. "Ich bin 1945 mitten in Wermelskirchen geboren und rund um den Markt groß geworden", erzählt Füllhase. "Der Heinrich-Heine-Platz (heute Parkplatz des Gymnasiums) war unser Bolzplatz. Hinter der Schule gab es Schrebergärten, da haben wir viel Obst geplündert", erzählt Füllhase. "Die heutige Hüppanlage diente im Winter als Rodelbahn. Wir durften uns nicht erwischen lassen, denn das Schlittenfahren war verboten. Warum weiß ich nicht mehr". Auf dem Platz wurde auch die Kirmes aufgebaut und auch der Wochenmarkt. "An Petri's Bude kostete das Fischbrötchen 60 Pfennig", erinnert sich Füllhase. Im Keller des Gymnasiums wurde Ende der 50er Jahre ein "Städtisches Brausebad" eingerichtet. "Mit Eintrittskarte konnten die Bürger dort duschen, denn die wenigsten hatten zu Hause ein Badezimmer". Die Sammelleidenschaft und das Interesse für Historisches habe sich so ergeben und das Wissen und die Kenntnisse seien dann gewachsen. "Neulich suchte jemand etwas über den Balkan-Express", sagt Füllhase. Auch da konnte er helfen, denn in seinem persönlichen Bücherarchiv ist unter der Nummer 78 alles Wissenswerte über den Schienenbus verzeichnet, der zwischen Remscheid und Opladen fuhr.

181 Bücher sind vorhanden, dazu die Monatszeitschriften "Bergische Heimat", Feldpostbriefe und Karten, die Bergischen Heimatkalender, Zeugnishefte von verschiedenen Schulen, Chroniken, Protokolle und Satzungen von Vereinen. Zeitungsartikel und Fotos füllen Ordner und Kartons. "Einmal im Jahr mache ich eine kleine Ausstellung zu einem Thema", sagt Füllhase. "Da bringen mir die Leute alte Dinge mit. Teilweise geben sie es hier bei mir zu Hause ab und manchmal findet sich einfach etwas im Briefkasten".

Ideal wäre es, findet Füllhase, wenn das Stadtarchiv seine Sammlung und den Bestand des Geschichtsvereins zusammenführen würde. "Ein Raum mit Fenster, mit Regalen und einem großen Tisch, das wäre toll", sagt Füllhase. "Ich wäre schnell zufrieden, brauche kein Telefon und keinen Computer und würde so eine Sammlung gerne betreuen, solange ich noch kann."

Auch Anfragen für Stadtführungen hat er schon bekommen. Bestimmte Wege und Themen hat er schon entsprechend vorbereitet. Einen Raum für die "Stadtgeschichte Wermelskirchen" sollte sich doch finden lassen, sagt Füllhase. Vielleicht in den Bürgerhäusern oder im Rathaus. "Ideal wäre ein Raum in der ehemaligen Polizeiwache, wenn sie nicht mehr für Asylsuchende benötigt wird", sagt er. "Auch die jüngeren Generationen sollten über die Stadtgeschichte, über die Entwicklungen und Veränderungen der Stadt informiert sein." Füllhase freut sich erst einmal über weiteres Material für seine Sammlung.

Kontakt Claus Füllhase, Telefonnummer: 02196-83011.

Quelle: RP
 
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