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Wermelskirchen
Ex-Prinz ist Karnevalist durch und durch

Wermelskirchen. Beim Rosenmontagszug 2015 stürzte Daniel Fischer vom Wagen - als Gardist ist er jetzt wieder viel dabei. Mental hat er natürlich mit dem Unfall zu kämpfen, körperlich ist er aber fast wieder der Alte. Von Stephan Singer

Wer in diesen Tagen Daniel Fischer bei seinen zahlreichen Auftritten in den Reihen der Altstadtgarde im Gefolge des Dawerkuser Dreigestirns der Session 2015/16 um Prinz Wolfgang sieht, erlebt einen bestens gelaunten und einsatzfreudigen Vollblut-Karnevalisten. Seine unfreiwillige "Berühmtheit" als abgestürzter Prinz der Session 2014/15 scheint passé. Dem ist nicht so, wie der Ex-Narrenregent im Gespräch unumwunden zugibt. Auch wenn Daniel Fischer von seinen schweren Rückenverletzungen nach dem Sturz aus vier Metern Höhe vom Prunkwagen an Rosenmontag nahezu vollständig genesen ist, hat der Unfall seine Spuren hinterlassen.

"Ich lebe jetzt im Bonusleben", ist sich Daniel Fischer sicher. Nach Gesprächen mit Ersthelfern und Ärzten weiß der 41-Jährige, dass er eine gehörige Portion Glück hatte, denn solch ein Sturz zieht in der Regel eine Querschnittslähmung oder gar den Tod durch Kopfverletzungen nach sich. "Meine Gesundung nach den schweren Wochen im Krankenhaus ist wie ein zweiter Geburtstag", betont der Familienvater, dessen 39-jährige Ehefrau Annika und 13-jährige Tochter Emily ebenso karnevalsbegeistert sind. Erinnerungen an den Unfall selbst hat Daniel Fischer nicht: "Ich kann mich erinnern, dass ich gefallen bin - danach weiß ich nichts mehr."

Der Karneval mit der Altstadtgarde, die Fischer als den "geilsten Club der Welt" bezeichnet, ist neben Urlaub und Wohnwagen sein größtes Hobby; er organisiert Busse, Fahrer und Fahrten oder steht in Vertretung für Prinzenführer Harry Tiede als Moderator auch mal an vorderster Front: "Das ist für mich eine Lebenseinstellung - wenn ich was mache, dann richtig, ganz oder gar nicht!"

Voll des Lobes ist Daniel Fischer für das amtierende Dreigestirn mit Prinz Wolfgang: "Über den alten Prinzen wird mehr gesprochen, als über den neuen. Diese Situation meistert Wolfgang sehr gut. Ich habe einen tollen Nachfolger." Egal, ob nun im Landtag, in den Sälen bei Sitzungen befreundeter Karnevalsgesellschaften oder auch im Berufsalltag: Daniel Fischer wird immer wieder auf seinen Sturz vom Prunkwagen angesprochen. "Ich habe unser Dorf berühmt gemacht. Der Preis war hoch, hätte aber höher sein können. Durch den Sturz wurde für mich eine neue Brille nötig, und ich kann jetzt immer sagen, dass ich 'nicht auf den Kopf gefallen' bin", lacht Daniel Fischer. Letzteres war übrigens das Glück des Ex-Prinzen, denn die Wahrscheinlichkeit einer tödlichen Kopfverletzung bei solch einem Sturz ist hoch.

Fachleute bestätigten Fischer, dass der Sturz "das Ende hätte sein müssen". "Mich haben wohl auch der dicke Stoff der Mütze und der hohe Kragen des Prinzen-Ornats geschützt", weiß Fischer.

Die Folgen des Unfalls sind weniger körperlich als mental: "Mir fehlt die Geschmeidigkeit im Rücken, was aber angesichts des Sturzes lächerlich ist. Nach eineinhalb Stunden Autofahrt muss ich mich aus dem Auto 'schälen'. Und natürlich muss ich ständig spezielle Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur machen, was aber jeder machen sollte."

Daniel Fischer, der beruflich als Bauingenieur arbeitet, ist zuversichtlich für Rosenmontag: "Wenn wir uns morgens aufstellen und ich den Prinzenwagen sehe, werde ich bestimmt weiche Knie bekommen. Ich werden den Wagen mit Sicherheit nicht mehr besteigen!"

Quelle: RP
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