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Thomas Müller
"Ich habe Vereinsleben immer genossen"

Thomas Müller: "Ich habe Vereinsleben immer genossen"
FOTO: Singer
Wermelskirchen. Der Sportverein 09/35 hat seit Mai wieder einen Vorsitzenden. Über seine Motivation, seine Wünsche und Ziele äußerte sich Thomas Müller im BM-Gespräch. Das Eifgen soll wieder Anlaufpunkt für alle Generationen werden. Von Stephan Singer

WERMELSKIRCHEN Er ist seit Kindesbeinen begeisterter Fußballspieler, in Sachen großer Clubs ist er Fan von Borussia Mönchengladbach, und vor allem fühlt er sich im Vereinsleben wohl. Ende Mai wählte die Mitgliederversammlung Thomas Müller zum neuen Vorsitzenden des SV 09/35 Wermelskirchen. Er füllt damit bei dem mit etwa 680 Mitgliedern zu den größten Vereinen der Stadt gehörenden Sportclubs eine Lücke, die zuletzt vier Jahr lang vakant war. Die BM sprach mit Müller über seine Motivation sowie seine Wünsche und Ziele für den Verein.

Wie sind Sie zum Vorsitz des SV 09/35 gekommen?

Müller Ich war vormals sechs Jahre Fußballtrainer beim Dabringhausener Turnverein (DTV), danach trainierte ich zwei Jahre lang Jugendmannschaften beim SV 09/35. Dann folgte ein Jahr als Geschäftsführer der SV 09/35-Fußballabteilung, bevor ich ein weiteres Jahr kommissarisch zum Hauptvorstand gehörte. So hat sich das entwickelt.

Zynisch gefragt: Warum tut man sich neben dem Beruf ein solches Ehrenamt an?

Müller Ich sehe eine positive Entwicklung. Und ich habe eine gute Zusammenarbeit erlebt. Wie in anderen Vereinen auch, ist bei uns viel passiert. Als mir die Kandidatur zum Vorsitz angetragen wurde, habe ich gesagt: Wenn alle pünktlich und zuverlässig mitmachen, übernehme ich die Repräsentanz und Führung des Vereins. Das wird funktionieren. Natürlich müssen noch Feineinstellungen gemacht werden. Das braucht aber etwas Zeit. Bäume, die langsam wachsen, kippen nicht so schnell um, weil ihre Wurzeln ausgeprägt und gesund sind.

Wie lassen sich Beruf und Vorstandsarbeit vereinen?

Müller Es gibt zwei Mal monatlich Sitzungen, die abendfüllend sind. Dafür muss ich mir die Zeit nehmen. Ansonsten bin ich beruflich viel im Pkw auf Langstrecken unterwegs. Während der Fahrt regele ich viel per Handy und Freisprecheinrichtung.

Welche Aufgaben sind für Sie am wichtigsten?

Müller Alle Sportler müssen mitkriegen, dass im Verein ein Zusammenhalt besteht, alle das Beste geben und ein gutes Vereinsleben herrscht. Dadurch gewinnen wir auch neue Mitglieder. Selbst wenn es in den eigenen Reihen ab und an Unruhe gibt, kann man diese lösen - Unruhe gibt's überall mal. Ich habe Vereinsleben immer genossen.

Wo wollen Sie konkret ansetzen?

Müller Es gibt verschiedene Punkte, mit einigen haben wir schon angefangen. Richtig war unsere Entscheidung, dass jetzt alle Fußballteams im Eifgenstadion trainieren, damit die Mannschaften und deren Angehörige untereinander Kontakt pflegen können. Wir wollen demnächst die Bewirtung im Eifgenvereinsheim aus eigenen Reihen sicherstellen, um so einen Anlaufpunkt für alle Sportler und deren Eltern oder Großeltern zu schaffen. Schließlich interessiert doch einen 09-Kicker auch, was die anderen Sportabteilungen des Vereins machen und umgekehrt. Natürlich müssen alle Abteilungen an einen Tisch. Außerdem gibt es Themen, mit denen sich andere Sportvereine ebenso beschäftigen und die sich nicht im Vorbeigehen klären lassen - Kunstrasen oder auch Hallennutzungszeiten sowie -gebühren.

Ist das Konzept "Grüne Asche", die einen Ascheplatz kostengünstiger in einen Kunstrasenplatz verwandelt als die herkömmliche Variante, eine Alternative für den SV 09/35?

Müller Ja. Unser Kassierer Peter Roderweiß hat sogar ein Finanzkonzept entwickelt. Ein Rasenplatz im Eifgenstadion oben auf der Tenne wäre für uns ein Traum. Wir brauchen im Eifgen einen Kunstrasenplatz, um konkurrenzfähig zu sein. Da müssen wir mit der Zeit gehen - früher ist der Kaiser auf einem Esel geritten und macht das heute nicht mehr. Wir sind als Verein bereit, uns Kosten zu beteiligen.

Die "Initiative 09" hat viel Rauch um letztlich nichts ausgelöst - hat Ihnen das Kummer bereitet?

Müller Nein, ich habe das gelassen gesehen. Für mich war klar, dass das nicht gut gehen kann. Versprechungen hatten diese Herren ja schon beim DTV gemacht und nicht gehalten. Das vorgebliche Herz dieser Leute für 09/35 ist ganz schnell zusammengeklappt und in eine andere Richtung gekippt. Die Wermelskirchener Sportvereine haben ein gutes Verhältnis, das ist ein Miteinander statt Gegeneinander. Für uns ist es so besser - wir können uns jetzt auf das Vereinsleben und den sportlichen Erfolg der Abteilungen konzentrieren.

Quelle: RP
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