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Wermelskirchen
IHK: Lage im Handel verschlechtert

Wermelskirchen. Die Briten verlassen die Europäische Union, die Amerikaner wählen vielleicht einen Unberechenbaren zum Präsidenten, EU-Mitglieder driften an den rechten politischen Rand, der Terror wuchert und mehr als 65 Millionen Menschen weltweit sind auf der Flucht. All das ist so weit gar nicht weg von Wermelskirchen und dem Rheinisch-Bergischen Kreis. In Zeiten der Globalisierung rückt der Weltmarkt zusammen - und die Wirtschaftsunternehmen vor der Haustür sind abhängiger vom Export. Weil die Weltlage aber unsicher erscheint, dämpfen die Betriebe der Region deutlich die Erwartung an die Zukunft. Von Henning Rasche

In der Herbstumfrage der Industrie- und Handelskammer zu Köln zur Konjunktur schätzen 29,3 Prozent der Unternehmen im Rheinisch-Bergischen Kreis die Lage als gut ein. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 14,4 Prozent mehr. Fast zwei Drittel der Firmen halten die Geschäftslage für befriedigend, etwa sechs Prozent für schlecht. Der Trend geht laut IHK nach unten. Insbesondere der örtliche Handel sieht laut der Umfrage aktuell eine "deutliche Verschlechterung" der Geschäftslage.

78 Unternehmen aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis haben sich an der Umfrage beteiligt. Die IHK hat die Daten zwischen August und Anfang September durchgeführt. Die Konjunkturumfrage findet dreimal jährlich statt. Die wirtschaftliche Lage wird im gesamten IHK-Bezirk abgefragt, der neben Köln und Leverkusen auch den Rheinisch-Bergischen und den Oberbergischen Kreis umfasst.

Eva Babatz von der IHK-Geschäftsstelle Leverkusen/Rhein-Berg sagt: "Die momentan starke Binnenkonjunktur kann auf Dauer nicht die Unsicherheiten im internationalen Umfeld ausgleichen. Die Risiken beeinflussen vor allem das Exportgeschäft und somit die Industrie." Es sei für die exportorientierte Region von Bedeutung, dass Handelshemmnisse abgebaut werden. Damit meint sie etwa Zölle oder Einfuhrkosten.

Die Unternehmen im Kreis sind laut IHK auch bei ihren Investitionen weniger optimistisch. Im Vergleich zur vorherigen Umfrage gaben statt 38,2 Prozent nun 60 Prozent an, dass die Investitionen gleich bleiben. Höhere Ausgaben planen 13,6 Prozent weniger Unternehmen, nämlich 28 Prozent. Zwölf Prozent der Firmen wollen sie sogar zurückfahren.

In der gesamten Region ist der sogenannte IHK-Konjunkturklimaindikator, der Lage und Erwartungen zusammenfasst, um 7,2 Prozent gefallen. Es überwiege die Skepsis, die auf die Auslandsnachfrage und den Fachkräftemangel zurückzuführen sei. Auch die Exporterwartungen sind gesunken, auch die Bereitschaft, die Bereitschaft, den Mitarbeiterstamm zu vergrößern, ist leicht abgefallen.

Quelle: RP
 
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