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Wermelskirchen
Im Campus die "Tente"-Welt studieren

Wermelskirchen: Im Campus die "Tente"-Welt studieren
Geschäftsführer Peter Fricke im neuen Campus-Gebäude. Im Raum "LAB" wird visualisiert, was Tente weltbekannt gemacht hat: Rollen in allen Größenordnungen. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Am Stammwerk von Tente-Rollen ist in ein neues modernes Gebäude entstanden. Es ist mehr als nur ein Verwaltungsgebäude - Tente International will dort neben dem Hauptwerk seine weltweit tätigen Mitarbeiter schulen. Von Udo Teifel

Das Werk ist noch nicht abgeschlossen. Die Gärtner lockern den trockenen Boden im Außengelände, damit Bäume und Büsche nach der Hitzephase gepflanzt werden können, Elektriker richten die IT-Plätze ein, Putzkolonnen werden noch so manche Spur von Handwerkern beseitigen müssen, ehe nächste Woche 110 Männer und Frauen von vier Kontinenten und zehn Ländern die ersten Gäste sind, die Peter Fricke und sein Kollege Peter Helmert im neuen Campus der Holding "Tente International GmbH" begrüßen werden.

Der Neubau in direkter Nachbarschaft zum Stammwerk von Tente-Rollen ist nicht zu übersehen: Aluminium- wie auch Schiefer-Fassade, runder Kopfbau mit Lobby und Lounge - ein optisches Zusammenspiel von Technik und Bergischem Land. Dafür hat ein Wuppertaler Architekturbüro den Zuschlag bekommen.

Campus - der Duden definiert dieses Wort als Gesamtanlage einer Hochschule. So hoch greift der Geschäftsführer der Holding nicht. Für Peter Fricke ist aber dennoch klar: Ausbildung und Bildung von 1500 Mitarbeitern haben hier ihren Platz. Coaching und Training stehen hier im Vordergrund. Denn die Internationalisierung macht nicht Halt. Vieles ließe sich heute sicher digital übers Internet regeln, aber Produkt- und Managementschulung für die Mitarbeiter aus den 28 Tochtergesellschaften in 25 Ländern sollen künftig in Herrlinghausen stattfinden. Denn die Kundschaft sei nun einmal international, so Fricke.

Tente-Rollen hat 800 Wettbewerber, "aber unser Vorteil liegt darin, dass wir weltweit aufgestellt sind. Bis auf Südamerika haben wir eigene Organisationen in den Ländern. Das hat nicht jeder." Und diese Mitarbeiter müsse man im eigenen Unternehmen zusammenbringen. "Alle müssen das gleiche Wissen haben, damit sie den Kunden das gleiche erzählen und ihnen vermitteln können, wofür Tente-Rollen steht."

Wer das Campus-Gebäude betritt, wird auf der linken Seite der Lobby die Entwicklungsgeschichte des Unternehmens nachvollziehen können. Bilder des Gründers Adolf Schulte (1923), der 20 Geschäftsführer weltweit, der Partner. Auf der anderen Seite die Produktentwicklung von Tente-Rollen - von den Anfängen mit Klavierrollen (1923) bis zur heutigen Schwerlastrolle, die zwölf Tonnen Last tragen kann.

Der direkte Weg führt in den Raum "LAB" - hier lernen auch Kunden die Einsatzmöglichkeiten der Rollen aus Herrlinghausen kennen. Im ersten Obergeschoss ist der große Schulungsraum für 140 Personen eingerichtet, eine Lounge, mehrere kleinere Besprechungsräume sowie ein Schulungsraum für IT-Fachleute. "Unsere IT-Fachleute sollen hier auch die Herstellung der Rollen live erleben." Nur so schaffe man Identität.

Im hinteren Bereich des Flügels dann der Bürotrakt von "Tente International". "Der Sitz unserer Holding bleibt aber in Köln", sagte Fricke.

Im zwar terrassierten, aber noch kahlen Außenbereich fällt eine große Statur aus: "Balanceur auf Rad" heißt sie und wurde vom Bildhauer Hannes Helmke (Köln) hergestellt. "Sie stellt die Bewegung und Dynamik dar. Den Balanceakt, auf dem wir uns immer befinden."

Eine Eröffnung des Campus-Gebäudes ist 2018 geplant. Dass die 110 Mitarbeiter fast aus der ganzen Welt mit Bussen in ein Hotel nach Köln chauffiert werden müssen, ist derzeit der einzige Wermutstropfen. "So etwas ist traurig."

Wirtschaftlich sieht sich Tente-Rollen weiter auf Wachstumskurs. Wenn auch die Risiken durch Krisenherde, Brexit und Trump größer geworden sind. "Wir haben ein paar Pulverfässer, aber Mobilität, und dafür stehen wir, bleibt auch in diesen Zeiten ein Thema."

Quelle: RP
 
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