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Wermelskirchen
Junge Leute streben wieder den Bäckerberuf an

Wermelskirchen. Jugendliche, die heutzutage einen Ausbildungsplatz suchen, haben gute Karten. "Wir sind voll im Bewerbermarkt angekommen", sagte Stefan Krause, Geschäftsführungsvorsitzender der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach.

Die Unternehmen suchten händeringend nach Nachwuchskräften, die Schulabgänger hätten die Wahl. Aber: "Angebot und Nachfrage passen nicht immer zusammen, deshalb bleiben Stellen unbesetzt und Jugendliche ohne Ausbildungsplatz", schränkte Krause ein.

Im Ausbildungsjahr 2014/15 wurden der Agentur für Arbeit für Leverkusen und den Rheinisch-Bergischen Kreis mehr Berufsausbildungsstellen bei weniger Bewerbern gemeldet, fast 20 Prozent mehr Stellen als im Vorjahr blieben unbesetzt. Ziel müsse es sein, passende Lösungen zu finden. Grundsätzlich positiv äußerte sich über die Entwicklung der Ausbildungsverhältnisse auch die Kreishandwerkerschaft Bergisches Land. Sie verzeichnete einen Zuwachs von einem Prozent. "Das führen wir vor allem darauf zurück, dass wir in die Schulen gehen und für die duale handwerkliche Ausbildung werben", erklärte Marcus Otto, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land.

Der Einsatz habe sich zuletzt auf den Mangelausbildungsberuf des Bäckers ausgewirkt. "Im Kreis und in Leverkusen haben wir 50 Prozent mehr Auszubildende zum Bäcker als im Vorjahr", sagte Otto. Günstig sehe es auch im Elektroniker-Handwerk aus, einen Einbruch bei der Zahl der Ausbildungsverhältnisse habe es im Rheinisch-Bergischen Kreis indes bei den Tischlern gegeben. Trotz der positive Jahresbilanz rief Otto die Handwerksbetriebe dazu auf, weiterhin Praktikums- und Ausbildungsplätze anzubieten. Eine regionale Besonderheit beobachtete derweil IHK-Geschäftsführer Alexander Uhr. Zwar sei die Zahl der Ausbildungsverhältnisse in Industrie, Handel und bei Dienstleistungen im Kreis um 7,43 Prozent und in Leverkusen um 1,49 Prozent angestiegen. "Wir sehen die duale Ausbildung leider weiterhin in einer Attraktivitätskrise", schränkte Uhr den Optimismus dennoch ein.

Vor allem das große Angebot öffentlicher und privater Hochschulen in der Region sei zwar ein Standortvorteil, mache es allerdings für Unternehmen schwerer, qualifizierte und leistungsbereite Auszubildende zu gewinnen. Oftmals würden Schulabgänger mit Hochschulzugangsberechtigung noch vor Beginn der Ausbildung den Vertrag wieder lösen, wenn sie die Zusage einer Hochschule erhielten, machte Uhr deutlich.

Die Arbeitsagentur hat inzwischen auch eine Top 10 der gemeldeten Stellen und der Berufswünsche angelegt. Bei den gemeldeten Stellen führt Kaufmann/frau im Einzelhandel die Liste an, gefolgt von Verkäufer/in, Kaufmann/frau Büromanagement, Kfz-Mechatroniker, Fachangestellte/r Zahnmedizin, Friseur/in, Hotelfachmann/frau, Anlagenmechaniker Sanitär/Heizung, Klimatechnik, Elektroniker/in Energie-/Gebäudetgechnik, Koch/Köchin. Die Wünsche der Bewerber: Auch hier führt der Beruf Kaufmann/frau im Einzelhandel die Liste an, gefolgt von Kaufmann/frau für Büromanagement, Verkäufer/in, Kfz-Mechatroniker, Medizinischer Fachangestellte/r, Industriekaufmann/frau, Tischler/in, Industriemechatroniker/in, Maler/Lackierer, Bankkaufmann/frau.

(ibo/tei.-)
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