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Wermelskirchen
Schnelles Internet wohl nicht für alle

Wermelskirchen. Weniger im innerstädtischen Bereich, aber umso mehr auf dem Land stellen sich Bewohner die bange Frage: "Bin ich dabei?". Antworten darauf, wer vom Breitbandausbau profitieren kann, versuchten Marco Lohmeier, Regionalmanager der Deutschen Telekom, und Florian Leßke, Amtsleiter der Wirtschaftsförderung bei der Stadt, bei einer Infoveranstaltung im Rathaus zu geben. Von Stephan Singer

Vor 60 Besuchern wurde schnell klar: Es wird unterversorgte, "weiße Flecken" nach Abschluss der Arbeiten geben. Wie und wann diese dann doch noch mit schnellem Internet versorgt werden, klärt sich frühestens im März oder April 2018.

In Dhünn (etwa 950 Haushalte) haben die von der Telekom beauftragten Firmen den Breitbandausbau abgeschlossen. Dort prüft der Telekommunikationsanbieter gerade, ob die Technik wie gewünscht funktioniert. Ist diese Validierung abgeschlossen, kann jeder Anbieter seinen Kunden schnelles Internet zur Verfügung stellen. "Wir sind gesetzlich verpflichtet, generell jedem Anbieter die Nutzung unseres Glasfasernetzes zu ermöglichen", sagte Lohmeier. Erst einmal muss aber jeder Kunde auf seinen Anbieter zugehen und gegebenenfalls einen neuen Vertrag abschließen oder seinen bestehenden ändern. Das maximale Tempo beim Herunterladen von bis zu 100 Megabit pro Sekunde und beim Hochladen von bis zu 40 Megabit pro Sekunde, das das neue Glasfasernetz ermöglicht, steht den Bürgern nicht automatisch bereit - es muss in jedem Einzelfall aufgeschaltet werden.

Da die Telekom den Ausbau mit der Vectoringtechnik (Glasfaser liegt bis zum Schaltkasten am Bordstein, die alten Hausanschlüsse mit Kupferkabel bleiben mit Ausnahme von Neubaugebieten, wo direkt Glasfaser verlegt wird, bestehen) vorantreibt, ist entscheidend, wie weit ein Internetnutzer vom Schaltkasten entfernt wohnt. Das maximale Surftempo ist im Umkreis von 500 Metern möglich, danach verringert es sich.

Der Breitbandausbau - laut Plan sollen die Arbeiten in Wermelskirchen mit 12.400 Haushalten bis Mitte Dezember, in Dabringhausen mit 2400 Haushalten bis Mitte Januar fertig sein - geschieht zu 100 Prozent auf Kosten der Telekom. "Das ist eine Steigerung der Attraktivität unserer Stadt", sagte Leßke. "Fördergelder, die der Kreis über das Land erhält, werden wir nutzen, um weiße Flecken zu beseitigen. Dazu laufen im Moment europaweite Ausschreibungen." Erst danach werde sich zeigen, welcher Anbieter welchen Bereich mit Zuschüssen der öffentlichen Hand weiter mit Breitband ausbaut.

Im Moment baue die Telekom dort aus, wo es dem Unternehmen rentabel erscheint. "Unser Ziel ist es, das gesamte Stadtgebiet mit zeitgemäßer Internetgeschwindigkeit zu versorgen", sagte Leßke.

Quelle: RP
 
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