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Wermelskirchen
"So ein Anschlag kann überall passieren"

Wermelskirchen. Der bergische EU-Abgeordnete Herbert Reul saß in seinem Brüsseler Büro, als die Anschläge die Stadt erschütterten. Heute hält er einen Vortrag in Wermelskirchen. Von Ludmilla Hauser

Als der auch für Wermelskirchen zuständige Europa-Parlamentarier Herbert Reul am Dienstagmorgen in seinem Büro die Radio-Nachrichten hört, ist er hellwach. Da ist von einem Terroranschlag am Flughafen die Rede. "Das ist nicht so weit weg vom Parlamentsviertel in Brüssel", sagt der CDU-Politiker. "Da war ich schon sehr aufmerksam für weitere Nachrichtensendungen." Wenig später merkt der Europa-Abgeordnete, dass sich um das Gebäude, in dem er im 14. Stockwerk am Schreibtisch sitzt, die Polizeikräfte verstärken. Kurz drauf erreichen den Leichlinger die Nachrichten von den Anschlägen an der Metrostation, "die nur ein paar 100 Meter von meinem Büro entfernt ist". Sein Gemütszustand ist da schon auf einem stark erhöhten Pegel. Es treffen Mails und Anrufe von der Familie und von Freunden ein: "Geht es Dir gut? Wo bist Du gerade?"

Reul ist zu dem Zeitpunkt immer noch in seinem Büro und froh, dass all seine Mitarbeiter ebenfalls gut dort angekommen sind. 14 Stockwerke unter ihnen haben die Sicherheitskräfte die Eingänge des Gebäudes abgeriegelt. "Es kommt derzeit niemand rein noch raus", schildert Reul am späten Vormittag übers Telefon. Die Parlamentarier könnten relativ normal arbeiten, es gebe teils auch Ausschusssitzungen. Termine außerhalb oder mit Gesprächspartnern anderswoher gestalten sich aber schwierig.

Herbert Reuls Stimme am Brüsseler Ende der Telefonleitung klingt überwiegend sachlich, dennoch schwingt immer ein Stück Besorgnis mit. "In diesen Zeiten", sagt der Politiker Reul, lerne man, dass die Arbeit der Geheimdienste - trotz allem Unschönen, was da in der jüngeren Vergangenheit passiert ist - sehr, sehr wichtig sei. Der Mensch Reul schiebt hinterher: "Man denkt ja immer, solche Terroranschläge sind weit weg, das betrifft einen nicht. Aber es kann überall passieren, ob hier in Brüssel, in Köln, in Düsseldorf oder in Bergisch Gladbach."

An der Adresse Rue Wiertz 60, dem Sitz des EU-Parlaments, an der er und sein Team das Büro haben, seien in jüngster Zeit die Eingangstüren noch besser geschützt worden. "Aber Sicherheit?", sagt Reul, "die gibt es vor solchem Terror nie zu 100 Prozent. Es hilft nur strengste Überwachung und der Informationsaustausch."

Am frühen Abend wird Herbert Reul sein Büro verlassen müssen, um von dort nach Hause zu kommen. "Ich hoffe, dann ist die Lage einigermaßen beherrschbar", sagt er leise. Heute Nachmittag hält Reul auf Einladung der Wermelskirchener Senioren-Union einen Vortrag in den Bürgerhäusern (siehe Info-Box).

Am späten Dienstagmittag gibt das Büro des Christdemokraten eine Meldung heraus: "Brüssel ist angegriffen worden, unsere Demokratie und unsere Lebensweise in Europa sind erneut zur Zielscheibe des Terrors geworden. Unsere Botschaft in diesen schwierigen Zeiten lautet: Wir werden alles tun, was notwendig ist, um die zentralen Werte unserer Gesellschaft zu schützen. Europa wird dem Terror vereint entgegentreten."

Quelle: RP
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