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Szene
Meditatives Malen mit Gong-Klängen in der Zauberbude

Szene: Meditatives Malen mit Gong-Klängen in der Zauberbude
Die Schwingungen der Gongs von Klangtherapeut Martin Schultze versetzte die Workshop-Teilnehmerinnen Nadine Buschmann und Britta Klooß im Atelier von Erdmute Schekat (v.l.) in einen meditativen Zustand. FOTO: jürgen moll
Wermelskirchen. Erdmute Schekat hat nichts gegen Klänge vom Band. Doch wenn es darum geht, ihre Schüler beim Malen spirituell zu inspirieren, holt sich die freischaffende Künstlerin lieber echte Instrumente ins Atelier. Gongs schaffen das in ihren Augen am besten, "Menschen innerlich zu befreien und auf Reisen zu schicken", sagte sie. Ob das gelingt, konnten die Teilnehmerinnen von Schekats Workshop ergründen. Die Künstlerin richtete das zweistündige Event im Theater und Atelier "Zauberbude" in Elbringhausen mit einem Klangtherapeuten aus, der die mächtigen Instrumente gezielt einzusetzen wusste und die passenden Gongs mitgebracht hatte.

"Es gibt Gongs, die bestimmten Körperteilen zugeordnet sind", sagte Martin Schultze, ein gebürtiger Berliner, der seit mehr als 25 Jahren im Großraum Köln lebt. Seine beiden Gongs, die aus China stammen, seien hingegen nicht gestimmt. "Sie stellen sich auf das ein, was hier im Raum passiert und gehen mit jedem Menschen anders in Resonanz", sagte er. Nicht jeder Seele sei es möglich, sich darauf einzulassen. "Beim letzten Mal, als wir das meditative Malen mit Gong-Klängen ausrichteten, gab es Teilnehmer, die mit dem Klang haderten", sagte Schekat. Für Schultze, der auch ausgebildeter Atemlehrer und Reikimeister ist, sind solche Erfahrungen keine Überraschung. Er hat auf Konzerten oft erlebt, wie unterschiedlich Menschen auf die metallischen Schwingungen und sphärischen Töne von Gongs reagieren. "Manche Konzertbesucher sprechen von dem Gefühl zu fliegen", sagte er. Für die intensive Wirkung der Gongs gebe es in China eine Erklärung: "Es heißt, die Instrumente nehmen schlechte Energien auf", sagte er. Was beglücken, aber auch Angst machen könne. Eine Angst, die auch eine der beiden Teilnehmerinnen verspürte. "In den letzten Minuten kam bei mir dieses Gefühl auf, löste sich aber wieder angenehm auf", sagte Britta Klooß, die durch ihre Besuche in der Malschule von Schekat zwar schon erfahren im Umgang mit Pinseln und Farben ist, einen Workshop wie diesen aber zum ersten Mal erlebte. Klooß blickte auf ihr Bild, das intuitiv auf einer großen Leinwand entstanden war. Die zweifache Mutter hatte sich vor den Gongs auf Teppichen hingekniet und die Schwingungen deutlich gespürt. "Als die ersten Töne kamen, konnte ich es kaum abwarten, mit den Händen Farbe zu verstreichen", sagte sie. "Es war wie eine starke Welle. Das hat richtig Spaß gemacht." Doch gegen Ende sei sie unruhig geworden. "Ich hatte mein Zeitgefühl verloren und den Eindruck, dass meine rechte Hand die linke erdrückte."

Anders erlebte es Nadine Buschmann aus Köln. "Ich hätte heute noch etwas länger weitermachen können", sagte sie und beschrieb, wie sie bei den ersten Klängen zunächst noch mit Pinseln malen wollte. "Irgendwann hatte ich aber das Gefühl, die Farbe mit meinen Händen verstreichen zu müssen."

"Ihr habt beide mit euren Händen einen Tanz auf der Leinwand gemacht", sagte Erdmute Schekat. Sie faszinierte die Tatsache, dass unabhängig voneinander zwei Bilder entstanden waren, die beide abstrakt sind und sich trotz zahlreicher Farbmischungen in ihren harmonischen Blautönen sehr ähneln. "Beide Werke zeigen Wasser in seiner Bewegung", analysierte sie und fügte hinzu, "dass sich die Bilder in einer Ausstellung bestens ergänzen würden". MELANIE APRIN

Quelle: RP
 
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