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Szene
Musikalisches Fest im Eifgen trotzt dem schlechten Wetter

Wermelskirchen. Spätestens zur besten Kaffee- und Kuchenzeit am Nachmittag - Engländer würden von "teatime" sprechen - war klar: Das erste Maifest der Kulturinitiative im Haus Eifgen ist gelungen. An Tischen, Stehtischen und Theken sammelten sich zu Spitzenzeiten etwa 150 Besucher in Gaststube und Hauptraum des Traditionshauses. Während sich die einen am Buffet mit von einigen Vereinsmitgliedern gespendeten Kuchen gütlich taten, genossen andere einen gediegenen Tropfen Wein. Eine Besucherin hätten die "Kult in Wk"-Macher allerdings doch gerne begrüßt: die Sonne. Angesichts des regnerisch-kalten Wetters am Mai-Feiertag musste das Fest komplett drinnen stattfinden - die geplante Nutzung des Biergartens fiel ins Wasser.

"Das ist halt bergisches Wetter", waren sich der Vorsitzende der Kulturinitiative, Michael Dierks, und Alfred Karnowka einig. Letzterer, ehemaliger Leiter der Musikschule, hatte noch tags zuvor bei den Aufbauarbeiten für das Maifest mit angepackt. Etwa 15 ehrenamtliche Helfer mobilisierte die Initiative für das Gelingen des Tages. Obendrein hatte ein Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen im Biergarten die Bäume beschnitten, weil Äste herabzustürzen drohten. Die "Currybrüder" Wim und Hardy Schwanke besorgten Bierzeltgarnituren, die unter einem großen Pavillon Platz fanden. Letztlich musste das siebenstündige Bühnenprogramm dann doch ins Haus Eifgen verlegt werden - draußen sollte und wollte sich niemand gerne aufhalten. "Glücklicherweise haben wir diese Möglichkeiten. Wir mussten nichts absagen, sondern lediglich alles ins Haus verlegen. Ich bin sehr zufrieden", bilanzierte Dierks. Der Vorsitzende hatte zuvor betont: "Tanz in den Mai kann jeder, Tanzen am Mai kann nur das Haus Eifgen - und das Haus Eifgen kann nur der Verein 'Kult in Wk'!"

Mit Pianojazz von Les Searle und dem Auftritt eines Schülerensembles der "Villa Musica" startete das vielfältige Programm. Die Formation "Singadjo" machte sich mit ihren Folk-Klängen dann auf den Weg durch die unterschiedlichsten Kulturen. Im musikalischen Sinne landete das "Odessa-Projekt" schließlich in Osteuropa: Klezmer, Balkanrhythmen und Romalieder animierten einige Besucher zum Tanzen. Für die obligatorischen Rocktöne sorgte abschließend die Coverband "Time rewind" aus Wuppertal, die sich am Fundus aus den 1960er-, 1970er- und 1980er-Jahren bediente.

Die Einweihung des idyllisch gelegenen Biergartens ist für die Verantwortlichen zwar aufgeschoben, aber keinesfalls aufgehoben, sagte der Vorsitzende. "Das hätte seinen Charme, wenn der Biergarten am Wochenende bei gutem Wetter geöffnet wäre. Aus den Reihen unserer knapp 40 Mitglieder lässt sich das jedoch nicht stemmen", betonte Dierks. "Als Verein können und wollen wir auch keine Küche anbieten. Denkbar wäre es, wenn sich jemand um den Biergarten-Betrieb kümmert - ein Gastronom wäre gut. Wir werden jetzt mit dem Hauseigentümer sprechen und dann sehen." Dierks fügte an: "Und wir machen an jedem dritten Sonntag im Monat eine Musik-Matinee, um auch sonntags etwas zu bieten."

STEPHAN SINGER

Quelle: RP
 
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