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Wermelskirchen
"Wir haben eine sportunfreundliche Stadt"

Wermelskirchen: "Wir haben eine sportunfreundliche Stadt"
FOTO: Hertgen, Nico (hn-)
Wermelskirchen. Der Wermelskirchener Stadtsportverband traf sich jetzt zur Jahreshauptversammlung. Die Themen "Kunstrasen-Fußballplatz" und "Hallennutzungsgebühren" sind nach wie vor die "Sorgenkinder". Von Stephan Singer

Die Mitglieder des Stadtsportverbandes unterstützen das Vorhaben des Vorstandes, sich weiterhin für einen Kunstrasen-Fußballplatz in Wermelskirchen einzusetzen. Das wurde auf der Jahreshauptversammlung des Stadtsportverbandes im Vereinsheim des SV 09/35 Wermelskirchen im Eifgen-Stadion deutlich. Vorangegangen war eine Diskussion, in der sich die Vertreter der Sportverbände enttäuscht von den Entwicklungen in der Rollenstadt gezeigt hatten.

"Da herrscht schon teilweise Sarkasmus vor - und das nicht unbegründet. Wir haben eine sportunfreundliche Stadt", sagte der Vorsitzende des Stadtsportverbandes, Jürgen Weiher, verärgert. Auch wenn sich inzwischen alle Fraktionen grundsätzlich für einen Kunstrasenplatz ausgesprochen hätten, sei dafür letztlich kein Geld vorhanden. Lediglich 40 000 Euro für die Planung stünden bereit. Und der zweite Vorsitzende, Klaus Junge, fügte hinzu: "Der Spielraum sieht mies aus. Ich war mal für 2016 optimistisch, dieser Optimismus hat aber einen erheblichen Dämpfer bekommen."

Ohne Kunstrasen sieht Walter Böse (Tura Pohlhausen) "schwarz": "Für unsere Vereine wird das bitter, weil die Kinder und Jugendlichen in die Nachbarstädte abwandern. 2016 könnte es für manchen Verein zu spät sein. Hier gibt es Unterstützung für seniorengerechtes Wohnen, aber keine für junge Familien mit Kindern. Ich bin einfach nur traurig", sagte Böse.

Die knappe Kasse der Stadt Wermelskirchen treibt den Stadtsportverband noch an anderer Stelle um. "In der Haushaltsfortschreibung für 2016 geht die Stadtverwaltung von 70 000 Euro Einnahmen aus Hallennutzungsgebühren aus", sagte Jürgen Weiher mit Blick in die Zukunft. Das sei zwar noch nicht in "Stein gemeißelt", würde aber mehr als eine Verdoppelung der Kosten für die Sportvereine gegenüber heute bedeuten. Die 25 anwesenden Vertreter der insgesamt 29 im Stadtsportverband organisierten Vereine betonten einmütig, dass dies schlicht nicht zu finanzieren sei und man sich gegen dieses Vorhaben vehement wehren müsse.

"Wir lassen uns nicht willenlos abschlachten, müssen aber auch gesprächsbereit sein und an Lösungen mitarbeiten", sagte Klaus Junge. Die Mitglieder einigten sich darauf, bei einem baldigen Treffen eine Strategie zu entwickeln, wie erneut mit einer weiteren möglichen Erhöhung der Hallennutzungsgebühren umzugehen sei.

Nach den Berichten von Geschäftsführerin Tanja Dehnen und Kassenwart Andreas Ruttkamp entlastete die Versammlung den Vorstand einstimmig. Im kommenden Jahr werden Sven Dicke und Peter Roderweis die Kasse des Stadtsportverbandes prüfen.

Quelle: RP
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