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Restaurant in Wermelskirchen
Zukunft des Bergischen Löwen ungewiss

Wermelskirchen. Ein Schwebezustand kostet Nerven: Die Betreiber des Restaurants "Bergischer Löwe" im Gebäude Markt 10 wissen nicht, ob und wie es mit ihrem Gastronomiebetrieb in dem altbergischen Gebäude weitergeht. Ihr Pachtvertrag mit der Stadt, die Eigentümerin des Hauses, läuft zum Jahresende aus. Von Solveig Pudelski

Seit Jahren leben die Pächter mit befristeten Verträgen. Seit längerem gibt es Umbaupläne für das Baudenkmal in zentraler Lage Wermelskirchens.

Gespräche über eine Verlängerung sollen zwar laufen, aber bisher habe er noch kein Signal von der Stadtverwaltung erhalten, sagt Lars Röntgen, der das Lokal mit Astrid Spors betreibt, im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Verhandlungen sollen geführt werden, hieß es aus dem Rathaus. Mehr wolle man zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht sagen.

"Die ersten Anfragen für Tischreservierung im nächsten Jahr habe ich bereits abgesagt", berichtet Lars Röntgen. Immer wieder fragen Gäste nach, ob und wie es denn mit dem Traditions-Restaurant weitergeht. Viel Herzblut haben die Betreiber in ihr Lokal gesteckt, seit 20 Jahren führen sie es. Röntgen: "Wir haben uns hier einen guten Ruf erarbeitet." Neben den Stammgästen nehmen auch immer neue Gäste an den Tischen Platz.

Er halte zwar auch Ausschau nach Alternativen, aber es sei schwer, etwas Adäquates in guter Lage zu finden. Und von möglichen Nachfolger würde er schon bei Übernahme einen ideellen Betrag für das Inventar erwarten. So sei es in der Branche üblich, so habe auch er seinem Vorgänger eine Abstandssumme zahlen müssen. Finanziell nicht stemmen könne er den Erwerb des Objektes - die Stadt hatte ihm das Objekt damals für einen Kaufpreis in Höhe von 385.000 Euro angeboten.

Angesichts der ungeklärten Situation erhebt Röntgen aber keine Vorwürfe gegenüber der Stadtverwaltung, die Mitarbeiter bemühten sich redlich, hätten ein offenes Ohr. Aber ob die Gaststätte eine Zukunft hat, sei ja eine politische Entscheidung. Zum Hintergrund: In die Gebäudesubstanz und in die Ausstattung muss investiert werden. Immerhin seien jetzt Brandschutztüren und funkunterstützte Feuermelder eingebaut worden, berichtet Lars Röntgen.

Bereits seit 2011 wird über den langfristigen Erhalt und den damit verbunden Umbau des "Bergischen Löwen" diskutiert - ausgelöst durch eine Haushaltsposition für eine neue Küche. Die Dehoga hatte ein Gutachten vorgelegt, wonach eine Vollsanierung und Umbau des Gebäudes Markt 10 bis zu 850.000 Euro verschlingen würde. Die hohe Investitionssumme hält Röntgen aber nicht für erforderlich, der reine Umbau, so schätzt er, wäre mit 220.000 Euro zu bewältigen. Denn dass die Stadt die Küche kauft, hält Röntgen für nicht erforderlich, das sei doch Sache des Pächters.

Zu den Umbauplänen gehört, dass die Theke auf die obere Ebene in Höhe des Marktplatzes verlegt wird. Die Idee dahinter sei, dass man bei außengastronomischen Betrieb auf dem Marktplatz von der Theke aus alles im Blick hätte. Der Bergische Löwe sollte den Platz bewirtschaften dürfen, die Pläne dafür seien fertig, "aber dann wurde erst mal der Platz umgebaut", sagt Röntgen.

Quelle: RP
 
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