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Jürgen Becker
Alles begann am Niederrhein

Jürgen Becker: Alles begann am Niederrhein
Jürgen Becker ist bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Das ist auch in seinem aktuellen Programm "Volksbegehren" nicht anders. FOTO: Simin Kianmehr
Wesel. Der bekannte Kabarettist tritt heute Abend in der Rheinberger Stadthalle auf. Hier verrät er, was den Besucher erwartet.

Kreis Wesel In der Rheinberger Stadthalle findet heute Abend ab 20 Uhr - Karten gibt es noch an der Abendkasse - ein Aufklärungsunterricht der besonderen Art statt. Kabarettist Jürgen Becker bringt dem Publikum in seinem neuen Programm mit dem Titel "Volksbegehren" die kulturellen Hintergründe der Fortpflanzung näher. Der Mitbegründer der Stunksitzung und Moderator der WDR-Reihe Mitternachtsspitzen begann seine berufliche Laufbahn als Grafiker bei 4711. Auf den Kabarett-Geschmack brachte den gebürtigen Kölner ein waschechter Niederrheiner. Jürgen Becker verrät, was das Publikum heute erwarten darf.

Herr Becker, welchen Einfluss hatte Hanns Dieter Hüsch auf ihre Karriere als Kabarettist?

Jürgen Becker Schon einen großen, ich habe mir damals fünfmal sein Programm "Und sie bewegt mich doch" angesehen. Immer nach der Pause, weil dann keiner mehr an der Kasse saß. Irgendwann habe ich mich dann hinter der Bühne mit ihm getroffen und mir Tipps geben lassen. Es gibt keine Lehrbücher fürs Kabarett, aber irgendwie muss man es ja lernen. Das haben viele so gemacht, zum Beispiel Dieter Hildebrandt.

Blieb der Kontakt bestehen?

Becker Ja. Ich habe ihn bis zuletzt am Krankenbett besucht. Dabei kam es zu einer lustigen Episode. Möchten Sie die hören?

Gerne!

Becker Ich saß neben seinem Bett, da ist die Sitzfläche von dem Rattanstuhl durchgebrochen. Ich versprach, den in Köln reparieren zu lassen und ihn beim nächsten Mal mitzubringen. Kurz darauf ist Hanns Dieter Hüsch gestorben. Bei der Beerdigung kam ich als 587. von 600 Trauergästen an sein Grab und seine Frau Chris fragte nur: Hast du den Stuhl dabei.

Anders als Hüsch kommen sie aus einer Stadt, die den idealen Nährboden für Kabarettisten bieten sollte. Oder um es mit einem ihrer Programmtitel auszudrücken: Ist Köln ein Biotop für Bekloppte?

Becker Ja, das kann man nicht anders sagen. Die Geschichte der Stadt ist von Pannen geprägt. Nehmen sie nur einmal die Vorfälle in der letzten Silvesternacht. Seitdem steht Köln für Inkompetenz und sexuelle Übergriffe. Es ist sowas wie Lothar Matthäus als Stadt.

Dazu gibt es noch den Karneval, den sie mal als Kompost des Kabaretts bezeichnet haben. Ist auf diesem Mist die Stunksitzung entstanden?

Becker Ja natürlich. Kabarett gedeiht dort am besten, wo es Karneval gibt. Aber auch die katholische Kirche oder Parteien wie die CSU oder damals die SED im Osten liefern genügend Vorlagen. In Niedersachsen ist Kabarett sehr schwierig, da ist alles sehr vernünftig. Am katholisch geprägten Niederrhein hingegen ist die Veranstaltungsdichte enorm hoch.

In Ihrem aktuellen Programm nehmen Sie wieder mal kein Blatt vor den Mund, ziehen Pegida, AfD und Erdogan durch den Kakao. Bekommt jetzt Donald Trump sein Fett weg?

Becker Natürlich ist das ein Thema. Mit Angela Merkel haben wir aber das Gegenmodell zu Trump, das ist angenehm für die Menschen. Als Frau hat sie zudem ihre Triebe im Griff. Das muss sie auch, sonst wird ihr Mann sauer.

Was darf das Publikum heute Abend erwarten?

Becker Auf jeden Fall viel fürs Auge. Schöne Bilder, die zum Thema passen. Es wird ein hocherotischer Abend, der auch noch sehr gesund ist. Und natürlich Freibier, dafür bringe ich extra meine Köbesse mit.

ERWIN KOHL FÜHRTE DAS INTERVIEW MIT JÜRGEN BECKER.

Quelle: RP
 
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