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Niederrhein
Duisburg: Massenkarambolage am frühen Morgen

Niederrhein. Gestern Morgen um 7 Uhr. Auf der B288 herrscht der übliche Berufsverkehr. Viele sind auf dem Weg zur A59 in Richtung Düsseldorf. Zwischen der Uerdinger Straße in Mündelheim und der Straße Am Heidberg in Serm kommt ein Kleinwagen, der in Richtung Krefeld unterwegs ist, von der Fahrbahn ab. Von Hildegard Chudobba

Das Auto schleudert über alle vier Spuren, landet auf der Gegenseite und rutscht in den Graben. Sofort sind Helfer zur Stelle. Andere Autofahrer halten an, um sich um den Fahrer zu kümmern und um die Unfallstelle abzusichern. In Richtung Krefeld bildet sich ein Rückstau, den ein Lkw-Fahrer offensichtlich zu spät erkennt. Er fährt nach Polizeiangaben ungebremst auf das Stauende und schiebt einen Audi, in dem eine 50-jährige Frau sitzt, auf einen davor stehenden Lastwagen. Die Frau wird schwerst verletzt und ist in dem Wrack eingeklemmt. Sie wird wenig später von der Feuerwehr aus dem Blechhaufen geschnitten. Insgesamt sind zehn Autos von dem Crash betroffen, sechs Beteiligte werden so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen, zwei kommen mit leichten Verletzungen davon. Die Trümmer fliegen über die gesamte Straßenbreite. Auf der Gegenspur versucht ein Autofahrer auszuweichen, rutscht in die Böschung, bleibt vor einem Baum stehen.

Um die insgesamt acht Verletzten kümmern sich etliche Rettungsmannschaften. Allein 30 Einsatzkräfte der Feuerwehr und 23 des Rettungsdienstes sind im Einsatz. Auch die Polizei ist mit einem Großaufgebot zur Stelle, sichert die Unfallstelle weiträumig ab, leitet den Verkehr um. Später kreist ein Hubschrauber über der B288 zwischen Mündelheim und Serm. Aus der Luft werden Aufnahmen gemacht, um später rekonstruieren zu können, wie der Ablauf gewesen sein könnte. Es dauert bis gegen 14 Uhr, bis alle Trümmer beseitigt sind und die B288 wieder freigegeben wird.

Augenzeugen berichten, dass die schwer verletzte Frau noch vor dem Eintreffen der Rettungsmannschaften aus dem Wrack heraus ihre Familie angerufen haben soll. Wenig später seien ihr Ehemann und ihre Tochter zur Unfallstelle geeilt. Die Verletzten, die nicht ins Krankenhaus müssen, sowie Angehörige der Verunglückten werden in einem bei der DVG angeforderten Bus von Fachleuten betreut, die ihnen über den ersten Schock hinweghelfen. Für die meisten Augenzeugen grenzt es an ein Wunder, dass bei der Massenkarambolage kein Mensch ums Leben gekommen ist.

Die schwer verletzte 50-Jährige war allein in ihrem Auto. Hätte jemand neben ihr auf dem Beifahrersitz gesessen, hätte er den Unfall wohl nicht überleben können. Ihr Fahrersitz rutschte bei dem Crash bis fast ans Wagenende. Zum genauen Ablauf und zur Ursache des Unfalls hofft die Polizei, heute mehr sagen zu können.

Quelle: RP
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