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Hamminkeln
Eine wahre Welle der Hilfsbereitschaft

Hamminkeln: Eine wahre Welle der Hilfsbereitschaft
Frank Schulze, hier mit Töchtern Finja und Jette, hilft beim Sacktransport. FOTO: Klaus Nikolei
Hamminkeln. Nachdem der Pegel der Issel stark gesunken ist und für Erleichterung bei den Anrainern sorgt, gibt es von vielen Seiten Lob für die Arbeit von Feuerwehr und THW. Toll, dass auch ganz normale Bürger ihre Hilfe angeboten haben. Von Klaus Nikolei

Es ist die pure Erleichterung, die bei Christian Hegering und seinen Nachbarn für Hochstimmung vor dem Wochenende sorgt. Der 47-jährige Ringenberger wohnt nur einen Steinwurf von der Issel entfernt. Deren Pegel war in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag nach kräftigen Regenfällen derart angestiegen, dass der Kreis Wesel den Katastrophenfall wegen eines möglichen Deichbruchs ausgerufen hatte. "Als dann Donnerstagabend die Pumpen auf der Straßenbrücke aufgebaut und das Wasser über Schläuche in den Weikensee geleitet wurde, hat mich das schon sehr beruhigt", sagt Christian Hegering. Er hofft, dass die zuständigen Stellen ihren "Job richtig machen. Wir wollen hier in Ringenberg keine Angst mehr vor einem Deichbruch haben."

Aktuell ist in Hamminkeln die Erleichterung groß darüber, dass der Pegel von 2,10 Meter auf 90 Zentimeter gestern Nachmittag gefallen ist und der Regen zunächst einmal aufgehört hat. Und jetzt realisieren die Menschen entlang der Issel erst, wie groß die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung war. Christian Hegering berichtet von "sechs, sieben Jungs so um die 15 oder 16, die einfach mit dem Rad gekommen sind, gefragt haben, ob sie helfen könnten und dann Sandsäcke gefüllt und zum Deich geschleppt haben". Nachbarin Karin Touzri nickt und erzählt von den "sehr hilfsbereiten und netten Feuerwehrmännern und anderen Leuten, die spontan gefragt haben, ob sie helfen könnten". Zum Dank haben sie und ihr Mann Brühwürstchen, Brötchen und Bier serviert.

Christian Hegering: "Jugendliche haben mitgeholfen - toll!" FOTO: Nikolei

Ebenso begeistert von einer so noch nie da gewesenen Hilfsbereitschaft ist Robert Graaf. Der Erste Beigeordnete der Stadt Hamminkeln zollt nicht nur den vielen Freiwilligen Feuerwehrleuten Lob, die Tausende Sandsäcke gefüllt und am Isseldeich verteilt haben, sondern auch den vielen hilfsbereiten Bürgern. "Da sind bestimmt 50 Leute jeden Alters zu uns zum Feuerwehr-Gerätehaus gekommen und haben gefragt, ob sie helfen könnten."

Weil er am Donnerstag selbst mit den Regenmassen auf seinem Hof an der Straße Römerrast zu kämpfen hatte, hat sich der Hamminkelner Landwirt Frank Schulze erst gestern bei der örtlichen Feuerwehr gemeldet und seine Hilfe angeboten. Für ihn ist es eine Selbstverständlichkeit zu helfen, wenn Hilfe benötigt wird. "Ich fahre einen Traktor mit Hackenliftanhänger, in dem ich Sandsäcke zum Tollberg nach Dingden bringe", erklärt der Milchviehhalter. In Dingden hatte die Wehr am Donnerstag den stark angeschwollenen Königsbach an einer Stelle bewusst geöffnet und die auf ein Maisfeld laufenden Fluten abpumpen lassen.

Bedankt bei den vielen Helfern von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) hat sich gestern die RWE-Tochter Westnetz, Verteilnetzbetreiber für Strom und Gas. Werner Mattheis, Leiter von Westnetz in Wesel, erklärte: "In der Kürze der Zeit hatten wir dank der Unterstützung der Feuerwehren aus Hamminkeln und Isselburg die Situation in unseren technischen Versorgungsanlagen schnell unter Kontrolle. Das lief wirklich alles Hand in Hand."

Issel in Hamminkeln überschwemmt Garten und Felder FOTO: Klaus Nikolei
Quelle: RP
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