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Wesel
Feierabendmarkt-Idee begeistert Weseler

Wesel: Feierabendmarkt-Idee begeistert Weseler
FOTO: Klaus Nikolei
Wesel. Die Mischung macht's: Citymanager Thomas Brocker zieht zum Saisonende eine positive Bilanz des alle 14 Tage organisierten Feierabendmarktes. Mitte Dezember gibt's eine "Special Edition" am Berliner Tor. Ab April 2018 geht's dann am Dom weiter. Von Klaus Nikolei

Zum Abschluss der Saison stimmte gestern beim Feierabendmarkt einfach alles: Spätsommerliche Temperaturen und strahlender Sonnenschein sorgten dafür, dass Hunderte Besucher den Weg zum Großen Markt gefunden haben. In erster Linie, um sich dort mit Freunden und Bekannten zum Essen an den Streetfood-Ständen, zum Trinken und Plaudern zu treffen. Unter anderem aber auch, um an den Marktständen hochwertige Produkte aus der Region einzukaufen.

Eine kleine Umfrage unserer Redaktion gestern ergab: Dieser Markt ist ein Gewinn. So ähnlich sieht das auch Thomas Brocker. Wesels Citymanager, der auf Anregung von Bürgern den Feierabendmarkt am 8. Juni aus der Taufe gehoben hatte, zieht nach der zehnten und vorerst letzten Veranstaltung eine durchweg positive Bilanz. "Wir haben Händler und Gastronomiebetriebe befragt und von den meisten überwiegend positive Rückmeldungen erhalten", sagt er. Feierabendmärkte liegen bundesweit im Trend. Das wurde jetzt auch auf der Stadtmarketingbörse in Siegen deutlich, die Brocker am Montag und Dienstag besucht hat. "Es gibt ein Bedürfnis, dass sich Menschen ungezwungen treffen wollen. Und die Feierabendmärkte kommen diesem Bedürfnis nach."

Vor allem bei schönen Wetter war der Markt, der an jedem ersten und dritten Donnerstag von 16 bis 20 Uhr stattgefunden hat, gut besucht. "Dass bei großer Hitze und Regen die Besuchermassen ausgeblieben sind, hat die Anbieter nicht davon abgehalten, wiederzukommen. Das sind sie von ganz normalen Markttagen gewohnt", sagt der Citymanager. Er wundert und freut sich gleichzeitig, dass vor allem auch jüngere Besucher bis Mitte 30 den Markt bevölkern. So wie beispielsweise Janine und Jan Henrichs. Zusammen mit Sohnemann Jonah (zwölf Monate) waren die beiden mit Freunden auf dem Großen Markt unterwegs. "Wir sind kürzlich erst nach zwölf Jahren aus Bielefeld zurück nach Wesel gezogen, wo es seit drei Jahren einen ähnlichen Markt gibt", sagt Janine Henrichs. "Der hier ist einfach super", betont ihr Mann. "Das ist eine Art Happening. Schön, dass man hier Leute trifft und auch regionale Produkte einkaufen kann."

Links: Janine Henrichs, die Sohn Jonah auf dem Arm hält, und ihr Mann Jan sind vom Feierabendmarkt "begeistert". Oben: Am Stand von Walter-Bräu hat Per Hagen alle Hände voll zu tun. Werner Terbeck und Petra Rauser freuen sich schon auf ein frisch Gezapftes. Rechts: Nicht ganz so zufrieden mit dem Geschäft ist Blumenhändlerin Ute Berning. FOTO: Klaus Nikolei

Ähnlich begeistert sind auch Petra Rauser und Werner Terbeck, die zufällig nebeneinander bei Walter-Bräu in der Schlange stehen. "Der Markt hier hat echtes Suchtpotenzial", sagt der Obrighovener, der mit seiner Frau gestern zum achten Mal den Feierabend besucht hat. "Wir essen immer Kibbeling und kaufen dann noch Blumen." - "Diesen Markt hat Wesel noch gebraucht", findet Petra Rauser. Ehemann Uwe nickt: "Das ist eine ganz wunderbare Veranstaltung."

Dass der Feierabendmarkt ein Gewinn für Wesel ist, bestätigt auch Ute Berning. Auch wenn sie die Sache kritischer sieht. Dann die Blumenhändlerin aus Hamminkeln sieht die Masse der Marktbeschicker "als schmückendes Beiwerk. Finanziell lohnt sich das nicht. Die Leute wollen Party machen, aber weniger kaufen." Trotzdem will sie dem Markt die Treue halten. "Es wäre schade, wenn das hier einschläft."

FOTO: Klaus Nikolei

Bevor der Feierabendmarkt am Donnerstag, 5. April 2018, auf dem Großen Markt in seine zweite Saison startet, wird es in diesem Jahr noch einen "Special Edition Feierabendmarkt" geben. Am 14. Dezember bauen die Akteure ihre Stände dann rund um die Eislauffläche am Berliner Tor auf. Vielleicht gelingt es Thomas Brocker und seinem Team bis dahin, einen Anbieter von Käsespezialitäten in die Kreisstadt zu locken. "Der fehlt uns bislang noch." Weiterarbeiten möchte er auch künftig mit der Rockschule von Marco Launert, der für den musikalischen Part zuständig war. "Das vor allem junge Künstler aufgetreten sind, hat die Verweildauer der Besucher erhöht", sagt Brocker. Der sieht übrigens auch die Gastronomie als Gewinner. Denn nach Ende des Marktes seien viele Besucher in der Stadt gebleiben und in die Restaurants und Kneipen drumherum eingekehrt.

Quelle: RP
 
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