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Hamminkeln
Glasfaser in Eigenregie

Hamminkeln. Weil die Bundesförderung nicht sicher ist, wollen Initiativen selbst den Anschluss an die Datenautobahn dirigieren. Das ist teurer und aufwendiger, verschafft aber Planungssicherheit. Von Thomas Hesse

Das Interesse war groß bei der Informationsveranstaltung der Stadt zum Glasfaserausbau in Gesamt-Hamminkeln. Nordbrock, Dingden-Berg, Lankern, Havelich, Brünen - viele Anwohner und Betriebe in den Außenbereichen streben nach dem Anschluss an die Datenautobahn. Dementsprechend gibt es viele Fragen. Die drehen sich vor allem darum, ob die verschiedenen Selbsthilfe-Initiativen vor Ort schon - bei höheren persönlichen Kosten - in den Ausbau einsteigen sollen oder lieber auf die mögliche Förderung von Bund und Land warten wollen. Die ist bekanntlich per Sondergenehmigung vom Trio Hamminkeln, Schermbeck und Hünxe eingereicht worden.

Nun steht eine Bewertung an, an deren Ende die Frage Bezuschussung Ja oder Nein beantwortet sein wird. Hamminkelns Bürgermeister Bernd Romanski erläuterte die Zusammenhänge. Dabei wurde deutlich, dass diejenigen, die in Eigeninitiative und Interessengruppen arbeiten, die Chance zum Ausbau ergreifen sollten. Im Fall Dingden-Berg hieße das zum Beispiel, das Angebot der Stadtwerke Rhede zum Anschluss zu realisieren. Denn niemand weiß heute, wann die staatliche Breitband-Förderung von Bund und Land kommt und in welchen Zeitfenstern, wenn sie denn positiv beschieden ist. Mit einem Partner vor Ort gibt es zudem direkte Ansprechpartner. Außerdem dürfte es so sein, dass die Hausanschlussgebühren von 400 bis 1000 Euro in jedem Fall anfallen.

Romanski bezeichnete die Debatte "als sehr hilfreiche Veranstaltung". Positiv gestimmt ist er, was den Förderantrag betrifft. Dennoch: Es sei nicht gesichert, dass dieser genug Scoring-Punkte im Bewertungsverfahren erhalte, um an Fördergelder zu kommen. Er selbst rechne erst 2022 bis 2025 mit den Fördermitteln, sollte denn der Antrag positiv beschieden werden. Dann sei zudem die Frage, welche "weiße Flecken" das Stadtgebiet noch aufweise. Es könne sein, dass Interessenten, die jetzt zögern, schließlich ohne Glasfaseranschluss dastehen. Fazit: Die Initiativen wollen lieber selbst das Heft in die Hand nehmen und ausbauen, wie es Loikum früher vorgemacht hat und in der Unterbauerschaft aktuell erfolgreich betrieben wird.

Von der Brüner Unterbauerschaft meldet die Anwohnerschaft, dass die verlegten Leerrohre die Druckprüfung bestanden haben und die Hausanschlüsse fertiggestellt sind. Ende Oktober sollen die Glasfaserkabel eingeblasen werden, was wohl bis Ende November dauern wird, informierte Sprecher Christian Quik.

In Mehrhoog scheint der technisch bedingte Stillstand beim Breitband-Ausbau inzwischen überwunden zu sein. Die Knotenpunkte, die die Deutsche Glasfaser wohl teils an wenig geeignetem Standort gesetzt hatte, werden nun verlagert. Die Tiefbauarbeiten beginnen, teilte das Unternehmen mit. Es sagte, es sei möglich, dass geöffnete Stellen erst mit Beendigung der Bauarbeiten endgültig geschlossen und von der Stadt abgenommen werden.

Quelle: RP
 
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