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Schermbeck
Gülle muss nicht länger stinken

Schermbeck: Gülle muss nicht länger stinken
Preisträger bei "Jugend forscht": Steffen Kleinespel, Jonas Haddick und Julian Terhorst mit ihrem Güllepflug (vorne rechts) sowie Johannes Neuhaus, Simon Tempelmann und Benedikt Vortmann mit ihrem OHP-Beamer (vorne links). FOTO: RP-Foto Scheffler
Schermbeck. Die Schermbecker Gesamtschüler beteiligten sich mit ihren Projekten erfolgreich am Wettbewerb "Jugend forscht". Von Helmut Scheffler

"Ich bin jedes Mal aufs Neue überrascht, welch tolle Ideen junge Menschen entwickeln und wie intensiv sie an Lösungen arbeiten", freute sich Schulleiter Norbert Hohmann gestern Morgen, als die Neunt- und Zehntklässler ihre Arbeiten für den diesjährigen Wettbewerb "Jugend forscht" in der Gesamtschule vorstellten.

Zum sechsten Male beteiligte sich die Schermbecker Gesamtschule an dem Regionalwettbewerb "Jugend forscht". Zum sechsten Male kehrten die Schülerinnen und Schüler mit guten Erfolgen aus Marl zurück. Den Bus für die Hin- und Ruckfahrt hatte die Volksbank gesponsert. Die Neunt- und Zehntklässler bereiteten sich mit ihren Lehrerinnen Stephanie Herbstritt und Bianca Sadowski auf den Wettbewerb vor. Mit 16 Projekten traten sie im Marler "Feierabendhaus" zum Wettbewerb an. Jedes Team stellte sein Projekt etwa zehn Minuten lang vor und musste den fachlich versierten Juroren Rede und Antwort stehen.

Die Schermbecker Gesamtschüler erhielten vier Preise. Den zweiten Platz im Fachgebiet "Arbeitswelt" belegten Julian Terhorst, Jonas Haddick und Steffen Kleinespel. Mit ihrem "Güllepflug" gewannen sie außerdem den Sonderpreis für den Bereich "Umwelttechnik". Die Jugendlichen hatten festgestellt, dass nach dem Ausbringen der Gülle die Luft so lange sehr streng riecht, bis der Bauer endlich mit dem Pflug kommt. Durch ihre Erfindung des Güllepflugs gelangt die Jauche direkt durch Schläuche zwischen die Pflugscharen und damit sofort in die Erde. Somit werden die bislang zwei Arbeitsschritte zu einem einzigen kombiniert. Das haben die drei Zehntklässler an einem funktionstüchtigen Modell getestet und optimiert.

Den dritten Platz im Bereich "Technik" belegten die Neuntklässler Johannes Neuhaus, Simon Tempelmann und Benedikt Vortmann mit ihrem OHP-Beamer. Ihnen gelang es, einen veralteten Overhead-Projektor zu einem modernen Beamer umzurüsten. Den Sonderpreis der Zeitschrift "Wissenschaft" erhielt Max Wagner, der Wespenfallen getestet hatte.

Die anderen Projekte wurden zwar nicht mit einem Preis ausgezeichnet, erhielten aber von den Juroren viel Lob. Die Präsentation machte zudem deutlich, wie viel technischen Ideenreichtum die Gesamtschüler in den vergangenen Monaten entwickelten. Das reichte bei den Neuntklässlern von einem Tischputzroboter über einen Power-Schuh bis hin zu einem Bleichmittel für die Zähne. Auch das Lernverhalten von Mäusen untersuchten die Schüler in einer Studie. Erforscht wurde zudem, ob "Bio" tatsächlich eine Alternative zum konventionellen Anbau darstellt.

Die Zehntklässler entwickelten eine Sockenklammer, damit Sockenpaare nicht in der Waschmaschine getrennte Wege gehen. Drei Schüler befassten sich mit der Flächenversiegelung. Zwei Schülerinnen widmeten sich dem sozialen Bereich: Sie untersuchten die Flüchtlingssituation in Schermbeck. Zwei Gesamtschüler entwickelten einen beheizbaren Fahrradsattel, drei stellten einen Bleikuli vor. Windkraftanlagen können sich für Tiere als tödliche Fallen entpuppen, zeigten drei Schüler. Einen nicht ganz alltäglichen Saftmixer stellten drei Zehntklässler vor.

Der Kursus "Jugend forscht" wird auch im kommenden Schuljahr angeboten. Die jetzigen Neuntklässler machen wieder mit. Einige wollen ihr jetziges Projekt weiterentwickeln, andere wollen wieder auf die Suche nach technischen Neuerungen gehen. Die jetzigen Achtklässler können sich im Mai für den neuen Kursus anmelden.

Die mehrjährige Teilnahme am Wettbewerb hat sich inzwischen auch auf den Oberstufen-Projektkurs "Technik und Innovation" ausgewirkt. Zahlreiche Schüler nehmen dort teil, die zuvor in den Wettbewerbsfolgen von "Jugend Forscht" aktiv waren.

Quelle: RP
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