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Wesel
Hünxe braut eigenes Bier zum Stadtfest

Wesel: Hünxe braut eigenes Bier zum Stadtfest
Hünxes Bürgermeister Dirk Buschmann (r.) hat bei der Produktion des Bieres mit Hand angelegt. Braumeister Christian Möning ist mit dem Ergebnis zufrieden. FOTO: Katrin Bücker/ Hünxe
Wesel. "Ludolfus 925" heißt das obergärige Bier, das die Stadt Hünxe zusammen mit Getränke Hövelmann auflegt. 900 Flaschen werden abgefüllt. Bei der Rezeptur haben sich Bürgermeister und Braumeister an alten Traditionen orientiert. Von Sebastian Peters

Mit einem ganz besonderen Getränk feiert die Gemeinde Hünxe ihr 925-jähriges Bestehen: Zum großen Fest am Wochenende 2. und 3. September werde das Bier "Ludolfus 925" ausgeschenkt, wie die Gemeinde Hünxe gestern bekannt gab. Benannt ist das Getränk nach dem Ritter aus dem Jahr 1092, dem Hünxe seine erste urkundliche Erwähnung verdankt. "Hünxe wird nur einmal 925 Jahre alt. Und darauf wollen wir mit einem einmaligen Bier anstoßen können", erklärte gestern Bürgermeister Dirk Buschmann. "Ich freue mich sehr über die Kooperation mit der Unternehmensgruppe Hövelmann, die die Feier-Bier-Idee so positiv begleitet und auch umgesetzt hat".

Selbst Hand angelegt haben Dirk Buschmann und Braumeister Christian Möning beim Einmaischen Anfang Juli. Gut sechs Wochen braucht das Bier, bis es fertig ist und am Jubiläumswochenende erstmalig ausgeschenkt und auch in Flaschen verkauft wird.

Die Gemeinde Hünxe war mit der Idee eines eigenen Bieres vor acht Monaten schon auf Hövelmann in Walsum zugegangen. Braumeister Möning zeigte sich angetan vom Vorschlag - für sein Unternehmen bedeutet die Kreation eines eigenen Bieres jedoch auch einen großen Schritt. In erster Linie steht Hövelmann für Limonade und Mineralwasser, die Wurzeln liegen aber in der Bierproduktion. Die Hövelmann-Unternehmensgruppe hat ihren Ursprung im Jahre 1905, als der Walsumer Kaufmann Karl-Albert Hövelmann seine eigene Bierhandlung in Betrieb nahm. Im Walsumer Brauhaus Urfels wird mittlerweile wieder eigenes Bier ausgeschenkt. "Die Zusammenarbeit mit Hünxe ist die erste in dieser Größenordnung. Die Hälfte der Mannschaft ist bei uns derzeit mit diesem Projekt beschäftigt", sagt der Braumeister.

Gestern noch hat Möning das Bier wieder probiert, nachdem er zuvor zwei Wochen lang im Urlaub gewesen war. "Schön rund, ich bin sehr zufrieden. Es überzeugt mich geschmacklich", sagt der Braumeister. Seine Idee war es, bei dem Bier nicht auf einen frischen Pilsgeschmack zu setzen, sondern das Historische zu betonen. "Wir wollten eine Bierspezialität brauen, die nicht in jedem Getränkemarkt zu haben ist." Herausgekommen sei ein dunkles, fast mahagonifarbenes obergäriges Bier. Auf ein obergäriges Bier habe man gesetzt, weil das den alten Produktionstechniken entspricht. "Die obergärigen Biere mussten noch auf eine Kühlung verzichten, wie es vor 925 Jahren auch war", sagt Möning. Bei den Inhaltsstoffen habe man auf viele verschiedene Malze gesetzt, auch einen kleinen Anteil an Rauchmalz verwendet, weil das dem alten Geschmack des Bieres nahekam. "Früher wurden die Malze auf offenem Feuer erhitzt, da gab es immer ein leichtes Raucharoma."

Das Ergebnis sei für einen Braumeister immer wieder eine Überraschung. "Bei einem Bier kann man nicht, so wie beim Kochen, nachher noch einige Inhaltsstoffe zufügen. Man kann höchstens mehrere Biere zusammenfügen, das machen wir aber nicht." Der Alkoholgehalt von "Ludolfus 925" liegt bei 5,4 Prozent. "Es ist also kein Starkbier, man kann es gut trinken", ist Möning überzeugt.

Ein Sud wird produziert, 900 Flaschen sollen daraus abgefüllt werden, die auf dem Fest verkauft werden. Zusätzlich werde der Rest des Sudes beim Fest in Gläsern ausgeschenkt. Auch ein Alternativgetränk wird Anfang September ausgeschenkt: Walsumer Helles soll es in Hünxe ebenfalls geben.

Quelle: RP
 
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