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Serie Weseler Wahrzeichen (17)
Mit Schill-Kaserne weiter Garnisonsstadt

Serie Weseler Wahrzeichen (17): Mit Schill-Kaserne weiter Garnisonsstadt
Der Glockenturm für evangelische und katholische Feldgottesdienste FOTO: Jana_Bauch
Wesel. Wesel Segen und Fluch zugleich ist seit Jahrhunderten Wesels Lage an Rhein und Lippe sowie wichtigen Verkehrsstrecken. Sie half der Kaufmannschaft und brachte kulturelle Vielfalt, sorgte als strategisch bedeutsam aber immer wieder für Gefahren. Als Festungsstadt wurde Wesel 1945 von den Alliierten mit besonderer Gründlichkeit zerstört. Garnisonsstadt ist sie noch heute. Waren die früheren Kasernen noch mitten in der Stadt platziert, so kam im Zuge der Gründung der Bundeswehr (1950) eine neue an den nördlichen Rand bei Blumenkamp. 1965 bekam die militärische Anlage den Namen Schill-Kaserne. Sie erinnert an Freikorpsführer Major Ferdinand von Schill, der 1809 in Stralsund fiel. Elf seiner Offiziere wurden auf Napoleons Befehl in Wesel als Straßenräuber zum Tode verurteilt und erschossen. Die neue Kaserne beherbergte neben anderen Einheiten das Raketenartilleriebataillon 150, das 2002 aufgelöst wurde. Schon 1991 war das Sondermunitionslager im Diersfordter Wald aufgelöst worden, in dem unter anderem Atomsprengköpfe der US-Streitkräfte deponiert waren. Von Fritz Schubert (Text) und Jana Bauch (Fotos)

Der Abzug der Artillerie wurde in Wesel mit gemischten Gefühlen gesehen. Das Militär galt weiter als Wirtschafts- und Standortfaktor, war auch an anderen Stellen präsent. Zum Beispiel mit dem mittlerweile aufgelösten Kreiswehrersatzamt und mit Verwaltungsstellen in der bereits 1996 geräumten Reitzensteinkaserne. Der Artillerie folgte das Fernmeldebataillon 284, das 2010 im nach Wesel umgesiedelten 1st Nato Signal Bataillon aufging. Damit sorgt die Schill-Kaserne dafür, dass Wesel Garnisonsstadt bleibt. Meist sind Teile der hochmodernen Truppe für Informations- und Kommunikationstechnik im Auslandseinsatz. Am Heimatstandort wird die Verbundenheit zwischen Stadt und Militär bei jeder sich bietenden Gelegenheit von beiden Seiten betont. Es gibt Partnerschaften mit den Einheiten und gute Kontakte zu Vereinen. So ist die Kaserne, in die in den letzten Jahren übrigens etliche Millionen Euro investiert worden sind, zwar nicht unbedingt ein bauliches, aber doch ein wirtschaftlich und gesellschaftlich wichtiges Wahrzeichen für Wesel.

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Erinnerungsstücke an das ehemalige Raketenartilleriebataillon 150 (1965-2002) dienen heute als denkmalhafte Dekoration. FOTO: Jana_Bauch
Quelle: RP
 
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