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Hamminkeln
Navis führen oft auf Feldwege

Hamminkeln. Bei der zweiten Bürgerversammlung zum Wirtschaftswegekonzept gab es viele Anregungen von Anwohnern. Ein schwieriges Thema sind die vielen Brücken im Ortsteil.

Die zweite Bürgerversammlung zum Thema Wirtschaftswegekonzept, diesmal für Brünen, zeigte wie schon der Hamminkelner Auftakt, dass das gewählte Verfahren funktioniert. Die vier Verfahrensschritte Ist-Situation, Bedarfsfeststellung und Anforderungen, Soll-Zustand als mittelfristige Perspektive und die Bürgerbeteiligung wurden den etwa 60 Teilnehmern im Landgasthof Majert verständlich dargestellt. Die Vorgabe von Ge-Komm-Geschäftsführer Bernd Mende, dessen Unternehmen 450 Kilometer Hamminkelner Wirtschaftswege komplett untersucht hatte, kam überzeugend rüber. Er sagte: "Wir haben die Idee und die Vorstellung, aber wir brauchen Sie, die Bürger müssen mit ihrem Wissen sagen, ob es passt oder nicht passt." Am Ende komme ein System mit der Kategorisierung von Wegen und Straßen heraus, das Sanierung, Erhalt oder Wegfall beinhalte.

Die Beiträge waren reichhaltig und mit vielen neuen Detailkenntnissen gespickt. So ging es etwa um mit hohem Tempo genutzte Abkürzungsstrecken von Fahrern mit Borkener oder Bocholter Kennzeichen, die von der Autobahn kommen. Gerade dies kann durch eine veränderte Auslegung des Straßennetzes verhindert werden, glauben die Planer. Ein deutliches Veto gab es unter anderem zu einigen Feldwegen, die Ge-Komm als "entbehrlich" eingestuft hatte. "Nein, hier führt viel landwirtschaftlicher Verkehr her - also belassen", so Anwohner. Ein besonderes Thema sind die vielen Brücken, die in Brünen vorhanden sind. Hier werden durch Hochwasserfolgen nicht alle erhalten werden können. Andere sind in Besitz von Land und Bund, auf diese hat Hamminkelns Konzept keinen Zugriff.

Ein neuer Aspekt in der Wege-Diskussion kam zudem auf: die Irrfahrten durchs Brüner Hinterland von Navi-Nutzern. Offensichtlich sind etliche erst vernünftige ausgebaute Wege, die aber am Ende auf schmalen Schotterpisten oder unebenen Feldwegen enden, in Navigationssystemen als normale Straßen ausgewiesen - etwa im Bereich Pollsche Heide. Dadurch lenken nicht nur Lkw-Fahrer ihre Gefährte durchs Grüne. Auch Rettungswagen, deren Fahrer sich aufs Navi verlassen, seien bei Einsätzen oft auf unwegsamer Strecke gelandet. Die Stadt hat dieses Thema nun aufgenommen.

Das untersuchte Wegenetz ist im Internet jetzt freigeschaltet. Unter www.wirtschaftswegekonzept.de kann man Meinungen und Vorschläge hinterlegen, die in den im November zu verabschiedenden Sanierungskatalog aufgenommen werden.

(thh)
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