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Hamminkeln
Stadtbücherei stark im Bildungsbereich

Hamminkeln: Stadtbücherei stark im Bildungsbereich
Marina Wissing (l.) von der Stadtbücherei und Nina Held, die großen Erfolg bei den Ferienspielangeboten hat. FOTO: thh
Hamminkeln. Das Ferienspielangebot mit Nina Held war sofort ausgebucht, jetzt legt die Stadtbücherei mit einem Termin nach. Auch die Neuanschaffungen treffen den Geschmack des Publikums. Die Teilnahme an der Onleihe bleibt das Ziel. Von Thomas Hesse

Dass das Team der Stadtbücherei Hamminkeln weiter den Kurs als Bildungseinrichtung fährt, bestätigt sich bei den aktuellen Aktionen. Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche, wobei Schulen und Kindertageseinrichtungen häufig Medienboxen bekommen mit Materialien aus den Beständen der Bücherei. Darunter befinden sich verstärkt und häufig nachgefragt Bücher, die in Dingden entstanden sind: Nina Held, gelernte Erzieherin und Mutter dreier Kinder, hat neben Softwareprogrammen für die Kita-Dokumentation eigene Lernbücher zum Spracherwerb und über die Lust am Experimentieren entwickelt. In den Sommerferien bietet die Bücherei eine Ferienspiel-Aktion mit ihr an. Und wurde von Anmeldungen überrollt. Jetzt steht ein zweiter Termin fest: 27. Juli, 14.30 Uhr in der Einrichtung im Untergeschoss der Realschule an der Diersfordter Straße. Anmeldungen sind hier oder online bzw. unter Telefon 02852 4369 möglich.

Gerade im Bereich Bildung hat die kleine, angenehme Stadtbücherei die örtlichen Marktlücken identifiziert. Ziel ist es auch, Kinder und Jugendliche ans Lesen und damit an eine Einrichtung heranzuführen, deren Lage am Hamminkelner Ortsrand alles andere als leicht erreichbar ist. Für die umgebenden Schulen ist sie aber häufig Anlaufstelle. Besonders bei Kindern ist sie beliebt, die Lesefreude der Jugendlichen bröckelt, aber ab 18 Jahren kehren viele zurück zum Bücherlesen. Um den Leserstamm stabil zu halten, was gelingt, wird bei allen Neuanschaffungen auf Trends im Publikumsverhalten geachtet. Beispiel: Statt "Psychologie heute", so gut wie nie gefragt, steht "Landlust" im Zeitschriftenständer. Belletristik geht besser als der Sachbuchbereich, Regionales ist immer gefragt, ebenso wie Gartenbücher. Die grüne Stadt lässt grüßen. Dazu kommt die Nachfrage bei Bestsellern, die gestiegen ist. "Viele Kunden steuern direkt auf unseren Aushang mit den Spiegel-Bestsellern und den Tisch mit neuen Büchern zu. Die greifen dann entsprechend zu", sagt Marina Wissing, die einzige auf Stundenbasis festangestellte Medienfachkraft. Ihr zur Seite stehen vier Ehrenamtliche und eine Verwaltungsmitarbeiterin. Neuerscheinungen, die ausgeliehen sind, kann man per Vormerkung buchen. Übrigens kostenfrei, in vielen anderen Büchereien wird dafür eine Gebühr verlangt. 1500 Euro wurden im ersten Quartal für Neuanschaffungen ausgegeben.

"Wir sind nah am Leser, das zeichnet uns aus", sagt Rita Nehling-Krüger, im Rathaus für die Stadtbücherei zuständig. Dass noch nicht der Durchbruch erzielt wurde, die Onleihe zu etablieren, schmerzt sie. Das Büchereiteam ist sich sicher, dass diese eingerichtet werden muss, gerade um jüngere Leser zu interessieren. Wie berichtet, ist die Aufnahme in den Verbund der Onleihe-Büchereien bisher daran gescheitert, dass eine verpflichtend vorgeschriebene Fachkraft fehlt. Das wiederum würde die Personalkosten erhöhen.

Besondere Werbefunktion haben auch Veranstaltungen, etwa die mit Nina Held. Die Resonanz auf das Ferienspielangebot dürfte auch daher rühren, dass die Dingdenerin sehr bekannt ist bei Eltern und in Kitas. Sie hat nicht nur mit ihrer Dokumentationssoftware in eine Marktlücke getroffen, sie hat auch Spaß an Sprache und an Texten. Ihre Bücher sind ebenso gefragt und verbinden Erzählen mit spielerischer Sprachförderung. Ihr Erzähltheater besetzt eine Rolle bei den Ferienspielen. Und die Lust am Experimentieren, die mit einfachen Mitteln kindliches Ausprobieren antreibt. Wenn zum Beispiel blubbernde Farbe aus Essig, Backpulver und Rübenkraut entsteht, hat das hohen Matsch- und Spaßfaktor. Oder wenn Kaffeesatz zu Knete wird.

Quelle: RP
 
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