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Niederrhein
Wandbilder als Reisen ins Licht

Niederrhein: Wandbilder als Reisen ins Licht
Es liegt auf der Hand, dass das Motiv des Wassers in besonderer Weise zu einem Schifffahrtsmuseum passt. Dies macht sich Winfried Lucassen in seiner neuen Ausstellung zunutze. FOTO: Christoph Reichwein
Niederrhein. "Ziya und die Sehnsucht zu finden" heißt die Sonderausstellung mit Werken des in Krefeld geborenen Künstlers Winfried Lucassen, die am Sonntag im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt eröffnet wird. Von Peter Klucken

Das in Duisburg-Ruhrort beheimatete Museum der Deutschen Binnenschifffahrt ist zwar schwerpunktmäßig ein Technikmuseum, doch hat man dort traditionell keine Berührungsängste mit Künstlern. Neben der Dauerausstellung von Schifffahrts- und Technikgeschichte der Binnenschifffahrt von der Steinzeit bis zur Gegenwart wurden immer wieder künstlerische Sonderausstellungen in der Galerie des Museums gezeigt. Die Ausstellung, die am Sonntag, 12. November, 11 Uhr, eröffnet wird, ist eine besonders schöne.

Gezeigt werden elf großformatige Werke des 1963 in Krefeld geborenen Künstlers Winfried Lucassen. Lucassen, der vor seinem Kunststudium in Köln eine Ausbildung zum Schreiner absolviert hat. Überschrieben ist die Ausstellung mit "Ziya und die Sehnsucht zu finden". Den Titel habe nicht er selber, sondern seine Frau Abir, die in Syrien geboren wurde, gefunden, gestand Lucassen gestern bei der Pressevorbesichtigung. Ziya sei eine Lichtgestalt aus der ägyptischen Mythologie. Cornelia Garwer-Schier, die als promovierte Kunsthistorikerin die Sonderausstellung im Schifffahrtsmuseum kuratiert hat, schrieb über die Ausstellung eine prägnante Einführung, die im großen Werkkatalog nachzulesen ist, der aus Anlass der Duisburger Schau herausgegeben wird. Dort heißt es: "Winfried Lucassens Bilderzyklus nimmt uns mit auf eine Reise, eine Reise zu Licht, Glanz, Weisheit, in eine Welt des gemalten Lichtes oder des gemalten Wassers."

Es liegt auf der Hand, dass das Motiv des Wassers in besonderer Weise zu einem Schifffahrtsmuseum passt. Allerdings malt Lucassen nicht gegenständlich, sondern abstrakt. Seine großformatigen Gemälde sind keine Landschaftsbilder, sondern Stimmungsbilder, bei denen das Spiel mit dem Licht metaphysisch ausgedeutet wird. Cornelia Garwer-Schier trifft die Intension des Künstlers, wenn sie schreibt: "Licht symbolisiert Bewusstsein, Wahrnehmung, Vertrauen und Zuversicht (...) Licht ist eine geistige Energie (...), Licht ist auch ein Symbol für Lebensfreude."

Neun der elf großformatigen Wandbilder, die nun im Galerie-Raum des Museums zu sehen sind, hat Lucassen eigens für die Ausstellung gemalt. Vor drei Jahren kam der Kontakt zwischen ihm und Kuratorin Cornelia Garwer-Schier zustande. Damals ging es um die beeindruckende, zwölf Meter hohe und fünf Tonnen schwere Sternen-Stele, die nun vor dem Eingang der Sanakliniken in Düsseldorf-Gerresheim zu sehen ist - gewiss eines der markantesten und schönsten Kunstobjekte im öffentlichen Raum unserer weiteren Region, nicht zuletzt wegen der 700 (!) Glassteine, die in die Stele eingesetzt sind.

Die Bilder, die nun im Schifffahrtsmuseum hängen, scheinen in magischen Blau- und Türkistönen regelrecht zu strahlen. Lucassen verwendet Acry- und Ölfarben, die mit verschiedenen Techniken in vielen Schichten aufgetragen werden. Wobei tiefere Schichten stets durchscheinen, was zu dem faszinierenden Leucht-Effekt führt. Man liegt nicht falsch, wenn man die Bildern als Meditationsobjekte von außerordentlicher Schönheit auffasst.

Lucassen bekennt sich zu diesem Ansatz; gerne arbeitet er auch für Kirchen, so zum Beispiel für die romanische Kirchen St. Georg und St. Maria in Köln. Der Untertitel "Die Sehnsucht zu finden" deutet auf eine besonders intensive Form des Suchens hin - vielleicht nach Erleuchtung. Zumindest erhellen Lucassens Werke die dunkle Jahreszeit.

Quelle: RP
 
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