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Hamminkeln
Weg für Schulkompromiss ist frei

Hamminkeln. Der Rat kann heute die befristete Zwei-Standort-Lösung für die Gesamtschule beschließen. Denn bei Bürgerversammlungen in Hamminkeln, Mehrhoog und Dingden wurde die Variante akzeptiert. Von Thomas Hesse

Mit einer schlüssigen Präsentation und trotz einer gewöhnungsbedürftigen Variante, die Gesamtschule befristet bis 2022 an den zwei Standorten Dingden und Hamminkeln laufen zu lassen, hat sich die Verwaltung in drei Versammlungen in Hamminkeln, Mehrhoog und Dingden Zustimmung für die heutige Ratsentscheidung geholt. Der offensichtlich auch weitgehend von den Eltern zwar nicht geliebte, aber doch getragene Schulkompromiss kann damit in den Abstimmungsprozess mit der Bezirksregierung gehen, die am Ende eine Sondergenehmigung für das Hamminkelner Modell geben muss. Voraussetzung dafür ist der beschränkt laufende Doppelstandort und ein gesichertes Finanzierungsmodell für den Schulausbau. Im Ergebnis heißt das, am Ende wird die Hauptschule und damit Dingden als Standort für eine weiterführende Schule aufgegeben. Als einzige weiterführende Schule bleibt die Gesamtschule zentral in Hamminkeln.

Zur Gründung der Gesamtschule war es einst überhaupt nur gekommen, weil zwei Standorte die widerstreitenden dorfpolitischen Interessen ausgeglichen hatten. Wie berichtet hatte es in den vergangenen Monaten heftige Auseinandersetzungen darüber gegeben, eine zentrale Schule zu schaffen oder dauerhaft auf zwei Standorte zu setzen und so Dingden zu halten. Diese Situation spiegelte sich auch bei den Versammlungen wider. Während es in Mehrhoog und Hamminkeln vor allem Fragen nach Schülerverteilung und -verkehr sowie Bauplänen gab, war in der klar bestbesuchten Versammlung Dingdens Unwillen zu merken, den dortigen Standort aufzugeben. Es ging auch um das Thema, was mit der Hauptschule nach dem endgültigen Aus passiert. Dazu gab es keine neue Antwort, wohl aber den Hinweis, dass der Standort für viele Vereine bedeutend ist.

Der Weg zum Schulfrieden führt nun über die vertikale Lösung, heißt: In der Flächenkommune werden je die fünfte und sechste Klasse an zwei Standorten vorgehalten. Es gibt jeweils Einzugsbereiche, Anfahrten werden per Schülerverkehr geregelt. Schulorganisatorisch ist das nicht beliebt, aber ohne große Reibungsverluste beim Lehrereinsatz machbar, wie Beispiele in anderen Orten zeigen. Bis zum Schuljahr 2021/22 läuft die Doppellösung aus, danach wird die Bezirksregierung nur den zentralen Standort Hamminkeln erlauben. Laut Kompromissmodell gehen dorthin sowieso ab sofort alle Kinder ab Klasse sieben.

Ab Sommer 2022 soll die Gesamtschule auf 1000 bis 1150 Schüler gewachsen sein. Eine unsichere Prognose. Niemand weiß, ob sich die Flüchtlingssituation - laut Bürgermeister Romanski bevorzugt die Stadt die Aufnahme von Familien - verändernd auswirkt. Außerdem sieht das Wohnbaukonzept 700 bis 900 neue Wohneinheiten in 15 Jahren vor. Das soll junge Familien anlocken - mit jungen Schülern.

Quelle: RP
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