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Wesel
Weseler (20) holt Silber bei Jugend forscht

Wesel: Weseler (20) holt Silber bei Jugend forscht
Patrick Plona (r.) aus Wesel hat zusammen mit Ben Kampen (Voerde) bei Thyssen-Krupp in Duisburg eine automatische Abschaltung mit Vorwarnung und Signalisierung für Drehmaschinen entwickelt. FOTO: Thyssen-Krupp
Wesel. Patrick Plona, der bei Thyssen-Krupp zum Verfahrensmechaniker ausgebildet wird, ist beim Regionalwettbewerb von Jugend forscht auf dem zweiten Platz gelandet. "Ein toller Wettbewerb und eine tolle Erfahrung", sagt er. Von Klaus Nikolei

Natürlich will jeder, der an einem Wettbewerb teilnimmt und dabei viel Zeit und Herzblut investiert, am Ende ganze vorne stehen. Da bildet Patrick Plona aus Wesel keine Ausnahme. Nur zu gerne hätte der 20-Jährige zusammen mit Ben Kampen (19) aus Voerde den Regionalwettbewerb Jugend forscht gewonnen (Fachgebiet Arbeitswelt), um damit das Ticket für die Weiterleitung zum Landeswettbewerb zu lösen. Doch am Ende landeten die beiden, die bei Thyssen-Krupp ausgebildet werden, auf dem zweiten Platz, der unter anderem mit 60 Euro und einer Powerbank fürs Smartphone belohnt wurde. "Silber geht aber auch in Ordnung. Ich bin zufrieden", sagt Patrick Plona. Die Jugend-forscht-Urkunde wird er sich zu Hause in der Feldmark ins Zimmer hängen.

Patrick Plona, der bei Thyssen-Krupp den Beruf des Anlagenmechanikers erlernt und im Mai nach zweieinhalb Jahren seine Abschlussprüfung ablegen wird, wurde durch seinen Vorgesetzten auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht. "Wenn ich ehrlich bin, habe ich zuvor nie davon gehört." Nicht in der Weseler Duden-Hauptschule und auch nicht im Weseler Berufskolleg, wo er eigentlich sein Abitur im Bereich Wirtschaft und Verwaltung machen wollte, sich dann aber spontan bei Thyssen-Krupp beworben hat und angenommen wurde. "Es ging darum herauszufinden", erzählt er, "was man an den Drehmaschinen im Technikzentrum verbessern könnte." Patrick Plona, der als angehender Anlagenmechaniker in der Stahlproduktion tätig ist, wurde im November 2017 für die Forschungsarbeit im Technikzentrum von seinem Arbeitgeber fünf Wochen lang freigestellt. Dort führten er und Ben Kampen, der zum Elektriker ausgebildet wird, verschiedene Experimente durch. "Weil bei uns im Unternehmen das Thema Arbeitssicherheit ganz groß geschrieben wird, haben wir überlegt, was man tun kann, um die Sicherheit an den Drehmaschinen zu verbessern." Das Duo montierte verschiedene Sensoren und Positionsschalter an der Maschine, so dass am Ende Folgendes passiert: "Wenn der Meisel der Drehmaschine zu nah an das Backenfutter, also den Bereich, in dem das Werkstück eingespannt ist, kommt, schaltet die Maschine automatisch ab", erklärt Patrick Plona. Somit könnten Schäden an Mensch und Maschine verhindert werden.

Im Januar hatte sich eine Jury von Jugend forscht die Erfindung der beiden angesehen und für gut befunden. Deshalb wurde das Duo auch zum Regionalentscheid eingeladen, der zufällig auch noch im Technikzentrum von Thyssen-Krupp veranstaltet wurde. Alle Teilnehmer, darunter auch viele Schüler aus der Region, präsentierten dort an Ständen ihre Projekte. Und zwar nicht nur der Jury, sondern auch interessierten Eltern und anderen Lehrlingen.

"Leider werde ich in diesem Jahr schon 21, so dass ich im nächsten Jahr nicht mehr mitmachen kann", bedauert Patrick Plona. "Sonst würde ich gerne wieder mitmachen. Ich kann nur jedem Schüler und Auszubildenden raten, sich für den Wettbewerb zu bewerben, der eine Lehre fürs Leben ist." Er selbst hofft, auch nach Ende seiner Lehrzeit bei Thyssen-Krupp zu bleiben, um in dem Unternehmen womöglich auch Karriere zu machen. "Ich bin motiviert, mag meine Arbeit sehr, schätze das gute Arbeitsklima und möchte mich gerne intern fort- und weiterbilden", sagt er.

Quelle: RP
 
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