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Wesel
Wie VHS und Internationaler Bund Migranten bei der Integration helfen

Wesel. Sprache ist das Fundament für Integration. "Ohne Sprache geht es einfach nicht", sagt Samer Kheyo, Mitarbeiter des Jugendmigrationsdienstes beim Internationalen Bund (IB) Wesel. Für Migranten, die in Deutschland Fuß fassen möchten, sei es unabdingbar, die deutsche Sprache zu erlernen - etwa in einem VHS-Kurs. "Das ist aber nur der Anfang", sagt VHS-Direktor Andreas Brinkmann. "In den Kursen kommen auch immer wieder Fragen auf, wie es für die Teilnehmer im Anschluss weitergehen könnte." Fragen, auf die die Experten des IB möglicherweise Antworten liefern, Migranten kompetent beraten und begleiten können. Grund genug für VHS und IB, zu kooperieren, um Integrationshilfen zu bündeln und verzahnen.

Die Schwellen sollen dabei gering gehalten werden. Das bedeutet, Samer Kheyo und Ute Kantert vom IB kommen regelmäßig einmal pro Woche für zwei Stunden direkt in die Volkshochschule, um dort Beratungen anzubieten. 23 parallel laufende Deutschkurse mit mehr als 500 Teilnehmern gibt es dort. Die Migranten sind also sowieso regelmäßig vor Ort und müssen nicht noch eine weitere, ihnen unbekannte Stelle aufsuchen.

Die VHS sei in erster Linie Bildungsträger und stoße durch die große Zahl an Deutsch- und Integrationskursen sowieso schon an ihre Grenzen, sagt Brinkmann. Er sei froh, derzeit noch alles koordinieren zu können, genügend Räume und Dozenten zu haben. "Aber es ist eine Herausforderung." Weiterführende Beratungen könne die VHS nicht leisten.

Kontakte zum IB gibt es schon lange. "Da lag eine Vernetzung jetzt einfach nahe", findet Brinkmann. Denn in seiner Arbeit beim Jugendmigrationsdienst hat Kheyo regelmäßig mit Fragen und Problemen junger Migranten rund um die Eingliederung ins neue Land zu tun. Ute Kantert kennt sich aus mit dem Übergang von der Schule in den Beruf. Gemeinsam möchten die beiden vor allem Jugendliche und junge Erwachsene begleiten. Zwar seien alle Migranten unterschiedlich. "Gemeinsam haben die meisten aber, dass sie so schnell wie möglich beruflich Fuß fassen möchten", sagt Kheyo, der selbst syrische Wurzeln hat und deshalb weiß, was viele der Geflüchteten hinter sich und auf sich genommen haben.

Wenn ein Migrant sich an den IB wendet, sei es als erstes wichtig, zu sehen, was er im Heimatland gemacht habe, welche Zeugnisse und Abschlüsse er hat und ob sie hier anerkannt werden, so Kheyo. "Anschließend gilt es, herauszufinden, ob und wie persönliche Ziele und Errungenschaften mit dem deutschen System zusammen passen."

Natürlich bleiben trotz der Kooperation mit dem IB für die Mitglieder der Deutschkurse an der Volkshochschule noch immer Fragen offen. Für viele, die Schlimmes erlebt haben, gebe es ja auch psychologische Probleme. Hier versuche man, an passende Stellen weiterzuvermitteln.

Info Das neue Beratungsangebot des IB startet nach den Osterferien: immer mittwochs von 10 bis 12 Uhr.

(gasch)
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