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Stadt Kempen
Ohrwürmer am laufenden Band kommen bestens an

Stadt Kempen: Ohrwürmer am laufenden Band kommen bestens an
Das Bohème Ensemble begeisterte das Publikum im Haus Wiesengrund mit Schlager-, Film- und Operettenmusik. FOTO: NORBERT PRÜMEN
Stadt Kempen. Ausnahmsweise ging es bei der Reihe "Samstag halb fünf" schon um vier Uhr los. Das "Bohème Ensemble" hätte sonst nicht kommen können, es musste abends noch zu einem weiteren Auftritt fahren. Von Gert Holtmeyer

Dass sich die fünf Musiker aus Schwerte an der Ruhr so großer Nachfrage erfreuen, wundert nicht. Sie erfreuen ein Seniorenpublikum mit Melodien, die früher, bis in die 1960er Jahre hinein, täglich im Rundfunk sowie bei Tanz-, Kur- und Freiluftveranstaltungen zu hören waren und noch heute in den Ohren stecken. Für die meisten verbinden sich angenehme Erinnerungen damit. Ob Freizeit, Urlaub, Kino, Tanzstunde oder Flirt: Schlager- Film- und Operettenmusik waren meistens mit dabei.

"Musik im Blut" war die Veranstaltung im Haus Wiesengrund überschrieben; so lautete auch der erste Programmtitel. Komponiert ist er von Gerhard Winkler, einem Mann, der seine frühen musikalischen Prägungen im Knabenchor des Berliner Doms erhielt und später einen Italien-Hit nach dem anderen landete. Am beliebtesten von allen wurden die Capri-Fischer ("Wenn bei Capri die rote Sonne"). Noch in der Nazizeit wurden sie komponiert, dann aber von Joseph Goebbels persönlich verboten. Für den Siegeszug des Schlagers sorgte nach dem Krieg dann vor allem Rudi Schuricke.

Der Tenor, der mit diesem und vielen anderen alten Ohrwürmern die Ohren und Gemüter der Kempener Senioren erfreute, hieß Gunther Gerke. Er versteht sich auf den Vortrag der Oldies und bewährte sich zusätzlich als Moderator, der geschickt Hintergrundinformationen auf unterhaltsame Weise darbieten kann. Musikalisch trefflich unterstützt wurde er von Thorsten Schäffer (Klavier) Friedrich Kuhlmann (Kontrabass), Rudi Lips (Schlagzeug) und Heike Haushalter (Violine). Leider wurde die Geige von der Tontechnik zu wenig beachtet. Man hörte sie zwar, im Verhältnis zum Sänger aber doch zu schwach.

Mehrere der Melodien, die eifrig mitgesummt und gesungen wurden, stammten aus alten Operetten (Lehárs "Lustige Witwe", Kálmáns "Csárdásfürstin", Benatzkys "Weißes Rössl") sowie aus Filmen ("Der weiße Traum", "Die drei von der Tankstelle"). Die Namen früherer Interpreten wie Marika Rökk und Johannes Heesters waren allen noch im Gedächtnis. Mit Ilse Werner waren die "Bohème"-Musiker noch gemeinsam live aufgetreten.

Die Zugabe passte thematisch zum Abschied: "Wer wird denn weinen, wenn man auseinander geht".

Quelle: RP
 
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