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Stadt Willich
Sportvereine rücken stärker zusammen

Stadt Willich: Sportvereine rücken stärker zusammen
In diesen Tagen wird in der Niershalle alles vorbereitet, um in der nächsten Woche Notquartier für Flüchtlinge zu werden. Für Waschmaschine soll ein zusätzlicher Container aufgestellt werden. FOTO: STADT WILLICH
Stadt Willich. Großes Interesse an der CDU-Bürgerrunde im "Café Steffi" zum Thema Notunterkunft für Flüchtlinge in der Niershalle. Am Montag sollen dort die ersten von rund 150 Flüchtlingen untergebracht werden. Von Willi Schöfer

"So viele Besucher hatten wir nur, als es damals um die neue Kanalsatzung ging", sagte der Leiter der CDU-Bürgerrunde, Heinz Amfaldern. Etwa 50 Gäste sorgten für ein restlos besetztes "Café Steffi". Vor allem ging es darum, dass vor wenigen Tagen die Neersener Niershalle zu einer Asyl-Unterkunft mit etwa 150 Plätzen geworden war (die RP berichtete). Beigeordnete Brigitte Schwerdtfeger war ebenfalls gekommen. Sie kündigte an, dass wahrscheinlich am nächsten Montag die ersten Flüchtlinge dort untergebracht würden.

Natürlich kamen auch einige direkt an der Niershalle wohnende Eigentümer und äußerten ihre Befürchtung, Parkplätze könnten dadurch wegfallen oder ihre Wohnqualität darunter leiden. Aber es gab auch zahlreiche andere Stimmen, die den geflohenen Menschen helfen wollen. So von Mitgliedern des Kirchenvorstandes St. Maria oder von jungen Leuten, wie Denis Gagliardi (17) oder Aaron Schulz (18).

In Neersen hatte es in den letzten Jahren keine Asylunterkünfte gegeben. Einige Wortführer vermissten bereits fertige Konzepte, wie man zum Beispiel die Menschen aus fernen Ländern in die Gemeindearbeit integrieren könne. So weit ist es aber noch lange nicht. "Wir müssen jetzt erst einmal reagieren und den Menschen eine bestmögliche Unterkunft schaffen", sagte Brigitte Schwerdtfeger.

Den Anfang mache die Niershalle, da dort die sanitären Anlagen vorhanden seien. Gerade sei man dabei, die entsprechenden Kabinen zu ordern. Probleme gäbe es derzeit, dafür Türen zu bekommen. Die Beigeordnete ging davon aus, dass nur ein zusätzlicher Container aufgestellt werden müsse, in erster Linie für die Waschmaschinen. Sie konnte noch nicht sagen, ob dafür Parkplätze vor der Halle wegfallen würden. Unmittelbar nach der ersten Unterbringung werde die Stadt zu einer Art "Betreuergipfel" einladen, durch das ein Netzwerk der Hilfen ermöglicht werden könne. Danach sei die Ertüchtigung der ehemaligen Willicher Kirche St. Maria Rosenkranz an der Reihe.

"Wir schaffen das", dies waren diesmal nicht die Worte der Bundeskanzlerin, sondern die der Vorsitzenden des Neersener Turnerbundes (NTB), Hedi Schinken. Zu etwa 90 Prozent nutzte bisher der NTB diese Halle für den Vereinssport. Schinken teilte unter dem Applaus vieler Anwesenden mit, dass man gerade mit großer Unterstützung der Turnvereine von Schiefbahn und Anrath dabei sei, Ausweichmöglichkeiten so für die Badminton- und Volleyballspieler zu schaffen. Tischtennis sei noch ein Problem. Bedauerlich sei, so Schinken, dass es bereits zehn Abmeldungen gegeben habe. "Meist von denjenigen, die davon ausgehen, dass dies keine vorübergehende Lösung bleibt", ergänzte sie. Und ihr Nachbar, der Vorsitzende des Willicher Stadtsportverbandes, Achim Broch, wünschte sich zukünftig von den Verantwortlichen der Stadt, schneller über die Pläne informiert zu werden. Broch hatte die geplante Umwandlung der Niershalle aus dem Internet erfahren. Für den Schulsport gäbe es Ausweichmöglichkeiten in Hallen anderer Stadtteile.

Brigitte Schwerdtfeger konnte naturgemäß nicht sagen, welche Personen mit wie vielen Kindern kommen und wie lange die Niershalle eine Asylunterkunft bleibt, zumal nahezu täglich irgendwelche Prognosen über den Haufen geschmissen würden. Es gibt auch in Neersen so viele leerstehende Wohnungen und Bauernhöfe, warum nutzt man die nicht? Auf diese Frage entgegnete Schwerdtfeger, dass man sich auch in Zukunft verstärkt bemühe, privaten Wohnraum zu finden, bislang größtenteils vergeblich. "Vielleicht tut sich in Kürze etwas in einem Block der Bundeswehr-Einrichtung an der Krefelder Straße in Alt-Willich", sagte noch Christian Pakusch. Mehr verriet er aber nicht.

Eine besorgte Mutter appellierte noch an das Land, das Versprechen zur Einstellung weiterer Lehrer zur Unterrichtung der Flüchtlingskinder einzulösen. So sehr sie die Arbeit vieler Ehrenamtlichen schätze, die zum Beispiel Sprachkurse anböten, sei dies nicht ausreichend. In den Schulen müssten vielmehr gezieltere Förderungen erfolgen. Jetzt warten einige Neersener erst einmal auf den "Betreuergipfel".

Quelle: RP
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