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Wülfrath
Die Herrin über 25.000 Bücher

Wülfrath: Die Herrin über 25.000 Bücher
Die Leiterin der Wülfrather Medien Welt Ina Reßler glaubt, dass Stadtbüchereien auch in Zukunft gefragt sind. FOTO: Achim Blazy
Wülfrath. Bücherei-Leiterin Ina Reßler muss mit einem jährlichen Buch-Etat von 6000 Euro sparsam haushalten. Wegen der Haushaltssperre im zweiten Halbjahr war es 2015 noch weniger. Von Sabine Maguire

Noch sitzt Ina Reßler inmitten von 25.000 Büchern. Die meisten davon dürften gelesen sein. Einige wohl nicht nur einmal, sondern gleich mehrere hundert Male. Fragt man die Leiterin der Wülfrather Medien Welt, ob sie in zehn Jahren womöglich nur noch von ein paar Restexemplaren umgeben sein könnte, weil alle nur noch E-Books lesen, schüttelt sie vehement den Kopf, um dann klarzustellen: "Ich glaube nicht, dass die Bibliothek irgendwann leer sein wird." Zumal es rings um das klassische Buch noch Etliches gebe, mit dem die Medienwelt punkten könne. Da wären zum einen die modernen Medien jenseits bedruckter Buchseiten. Hinzu kommen Veranstaltungen und die Leseförderung.

Die meisten Besucher kommen jedoch tatsächlich noch, um einen Schmöker mit nach Hause zu nehmen. Der allerdings sollte möglichst aktuell sein, am besten ein Bestseller. "Die ersten zehn Romane der Spiegel-Liste haben wir immer da", berichtet Ina Reßler von regelmäßigen Neuanschaffungen. Mit einem jährlichen Buch-Etat von 6000 Euro muss sie jedoch sparsam haushalten. In diesem Jahr war es wegen der Haushaltssperre im zweiten Halbjahr sogar noch weniger. "Die Anschaffungen richten sich vor allem danach, was die Leser nachfragen", bemüht sich die Leiterin der Medien Welt, den Wünschen im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten nachzukommen. Zu diesem Zweck liegen Wunschzettel aus, auf denen jeder seine Vorstellungen zum Thema "Neuanschaffungen" notieren kann. Sogenannte Bestseller populärer Autoren sind darauf häufiger zu finden - aber auch schon mal die Bitte um Anschaffung eines speziellen Werkes, das nicht Bestandteil gängiger Bestsellerlisten ist.

Insbesondere die umfangreiche Ratgeber-Literatur muss ständig auf den aktuellen Stand gebracht werden. Denn auch auf Wülfrather Nachttischen stapeln sich gedruckte Wegweisungen in Sachen Lebenshilfe, die möglichst nicht "von gestern" sein sollten. Hinzu kommen Kochbücher, Bastelanleitungen oder Erziehungsratgeber: All das wird gern gelesen. Um Platz in den Regalen zu schaffen, wird in der Medienwelt regelmäßig aussortiert. "Auf den Brockhaus können wir natürlich nicht verzichten", weiß Ina Reßler. Nietzsche und Heidegger gehören hingegen nicht mehr unbedingt zur Grundausstattung jeder Bibliothek. Vielerorts geht der Trend zu gesammelten Werken, mit denen sich jeder einen Überblick über das Sachgebiet verschaffen kann.

Das ist auch in der Wülfrather Medien Welt so und Ina Reßler freut sich, dass es durchaus eine Nachfrage gibt: "Es sind oft Schüler, die sich solche Bücher ausleihen", weiß die Bibliotheksleiterin. In Zeiten von "Google" und "Wikipedia" hält sie das für eine gute Alternative: "In der Bibliothek bekommt man eben noch die richtigen Informationen."

Quelle: RP
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