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Wülfrath
Realschule läuft in geordneten Bahnen aus

Wülfrath: Realschule läuft in geordneten Bahnen aus
Schulleiter Frieder Winterberg geht in drei Jahren mit seiner Realschule in den Ruhestand. FOTO: Dietrich Janicki
Wülfrath. Schulleiter Frieder Winterberg zieht zur Auslauf-Halbzeit eine positive Bilanz: Die Kooperation mit der Sekundarschule läuft sehr gut. In drei Jahren ist die Realschule Wülfrath Geschichte und Winterberg im Ruhestand. Von Thomas Peter

Die Schullandschaft ist im Umbruch, auch in Wülfrath. Demografischer Wandel und veränderter Elternwille hat die Landesregierung veranlasst, neue Angebote wie die Sekundarschule zu schaffen. Das traditionelle dreistufige Schulsystem lässt sich vielerorts nicht mehr aufrechterhalten. In Wülfrath nimmt die Hauptschule seit Jahren keine Eingangsklassen mehr auf, und auch die Theodor-Heuss-Realschule (THR) läuft langsam aus. Jetzt ist "Halbzeit" - ein guter Anlass für Schulleiter Frieder Winterberg (61), ein Resümee zu ziehen.

An der Bergstraße besuchen zurzeit noch die Jahrgangsstufen 8, 9 und 10 die Realschule. Parallel dazu wurde auf demselben Gelände die neue Sekundarschule eingerichtet, die seit drei Jahren die Eingangsklassen aufnimmt (derzeit die Stufen 5, 6 und 7). Beide Schulen sind dreizügig, das heißt, es gibt jeweils drei Klassen einer Jahrgangsstufe. Die Organisation der schrittweisen Umstellung von Realschule über Parallelbetrieb bis zur Schließung der THR in drei Jahren sei sehr anspruchsvoll, so Winterberg. "Ich gebe zu, ich hatte mir das leichter vorgestellt", sagt er. Nicht wegen der Menschen vor Ort, sondern weil man von der Bezirksregierung ziemlich alleingelassen werde. "Auch das Schulministerium kümmert sich nicht um die Ressourcen (Arbeitsstunden), die wir brauchen". Etwa sei die Förderung der inklusiven Lerngruppe um 40 Prozent reduziert worden. Dennoch verkaufe die Regierung ihre Beschlüsse als Erfolg.

Das Auslaufen der Realschule ist vor allem ein Problem für Jugendliche, die den Abschluss an Realschule oder Gymnasium nicht schaffen. Die 10. Klasse wiederholen geht an der THR nicht mehr, und die Sekundarschule kann sie nicht aufnehmen, weil deren Klassen mit je knapp 30 Schülern schon voll sind. Sie müssen nach Mettmann, Velbert oder Wuppertal ausweichen.

Auch wenn Frieder Winterberg das Sterben von Realschulen in kleinen Städten bedauert: "Für Wülfrath ist die Entscheidung richtig". So könnten trotz geändertem Wahlverhalten der Eltern weiterhin alle Schulabschlüsse vor Ort angeboten werden. Die Schülerzahl am Standort Bergstraße sei konstant geblieben. Hatte die THR vor Jahren noch rund 500 Schüler, verteilte sich nun die gleiche Zahl je zur Hälfte auf Realschule und Sekundarschule.

Beide Schulen haben zwar eine eigene Schulleitung, aber ein gemeinsames 40-köpfiges Lehrerkollegium, von denen mehr als die Hälfte in beiden Systemen unterrichtet. "Die beiden Schulen kooperieren sehr gut miteinander, die Sekundarschule zieht mit, alles wird von allen gemacht" lobt Winterberg seine Kollegen. So machen die Wülfrather das Beste aus der schwierigen Situation. Wenn die Umstellung in drei Jahren vollendet ist, wird der Schulleiter sich in den Ruhestand verabschieden.

Quelle: RP
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