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Wülfrath
Wo Theater zum Sport wird

Wülfrath: Wo Theater zum Sport wird
Das junge Ensemble "Chilis" des Theater Minestrone zeigte im WüRG-Haus sein Können. FOTO: Dietrich Janicki
Wülfrath. Von Kängurus und Gelatine - das junge Ensemble "Chilis" spannte mit seinem Improvisations-Theater im WüRG-Haus einen weiten Bogen. Die Zuschauer nahmen aktiv teil und konnten sogar Punkte für jedes Team auf der Bühne vergeben. Von Kira Alex

Theater und Sport scheint auf den ersten Blick unvereinbar. So jedoch nicht im Theater Minestrone, das am Mittwochabend bereits zum dritten Mal mit seinem Impro-Theater im WüRG-Haus zu Gast war. Der Theatersport ist eine Art der Improvisation, bei der Schauspieler in zwei Teams in verschiedenen Spielen gegeneinander antreten. Dieses Mal lud das junge Ensemble "Chilis" das erste Mal Gäste nach Wülfrath ein - das B 7 Improtheather aus Wuppertal. Die Rahmenbedingungen sind einfach: Zwei Teams mit jeweils vier Schauspielern - die "Black Beauties" gegen die "Pink Ladies".

In den einzelnen Spielen versuchen die Teams Punkte zu sammeln, um am Ende den Wettkampf für sich zu entscheiden. Über die Höhe der Punktzahl entscheidet einzig das Publikum - das ist das Besondere und Reizvolle am Theatersport. Die Zuschauer nehmen aktiv teil und können nach jeder Darbietung bis zu fünf Punkte für jedes Team vergeben. Mehr noch: Die Mini-Theaterstücke basieren sogar auf Zurufen aus dem Publikum, zu denen die Schauspieler dann eine Szene spielen. Ohne Vorbereitungszeit - improvisiert eben.

Gemeinsam werden die Szenen runtergezählt "5, 4, 3, 2, 1 los". So entstehen auf der Bühne die verrücktesten Geschichten und die wildesten Charaktere. So trifft sich einer der Schauspieler im Spiel "Blind Date" mit einem Tausendfüßler, mit einem Faible für Gummihandschuhe und Stricken. Ein anderer hat unterdessen einen Schnüffel-Tick, liebt Gelatine und Kängurus. In einem Experten-Interview wird über sibirische Pinselreiniger gesprochen. Das Spiel "Das klingt nach einem Lied" ist beim Publikum immer besonders beliebt. Zu einem willkürlichen Zeitpunkt wird "Stopp" gerufen und der Schauspieler, der gerade gesprochen hat, muss zu seinem letzten Satz ein kurzes Lied trällern. "Robert hat einfach Style", war eines der spontanen Lieder.

Begleitet wurden die Spieler dabei wieder vom Wülfrather Musiker Vincent Kuhlen und seiner Gitarre.

Da das Impro-Theater ja sozusagen eine Sportveranstaltung ist, muss auch für die nötige Fairness gesorgt sein. Dafür gibt es einen Schiedsrichter, der die Punkte im Publikum zählt und aufschreibt.

Rund anderthalb Stunden geht das wilde Theater, und alle Besucher kamen voll auf ihre Kosten. Es wurde laut gesungen, gelacht und gerufen.

Die meisten Besucher sind bereits erfahrene Theatersport-Fans und kennen die Abläufe im Impro-Theater. Leider blieben noch viele Plätze im WüRG-Haus frei. Vielleicht können sich viele unter Theatersport nicht viel vorstellen. Die Regeln sind einfach: Spaß haben und mitmachen - jeder kann kommen und dabei sein.

Es lohnt sich wirklich, vorbei zu kommen und Theater völlig neu zu erleben, wenn die "Chilis" das nächste Mal ins WüRg-Haus kommen. Ohne einstudierte Szenen und Texte, alles ganz spontan und improvisiert.

Quelle: RP
 
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