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Xanten
Aus Büros werden Zimmer für Flüchtlinge

Xanten. Draußen vor der Tür steht der Kleintransporter eines Maler- und Lackiererunternehmens; es dauert nicht lange und da hält ein Lastwagen der Firma Heinrich Schmidt Sanitär. Die Handwerker schleppen lange, dünne Metallrohre durch die Eingangstür des Gebäudes an der Memelstraße mit der Hausnummer 25 bis 33. Schließlich werden die Zimmertüren geliefert. Zwei Mitarbeiter tragen die schweren Holztüren durch das Treppenhaus in die dritte Etage. Einen Aufzug gibt es nicht im ehemaligen Verwaltungssitz der Stadt. Wo einst städtische Angestellte gearbeitet haben, entstehen jetzt Schlafplätze für 400 bis 450 Flüchtlinge. Und so, wie es im Augenblick im dritten Geschoss aussieht, ist an einen Einzug noch nicht zu denken. Die neueingezogenen Wände sind noch nicht verputzt, an den Spülen in der Küche fehlen noch die Schrankverkleidungen, ein Zigarettenstummel liegt auf den Fliesen im neuen Badezimmer, Treppengeländer und Fußböden in den neuen Zimmern sehen aus, als ob jemand mit Puderzucker gestreut hätte. Von Franziska Hein

"Am Dienstag wollen wir das Gebäude bezugsfertig an die Kollegen vom Sozialamt übergeben", erklärt Uwe Rohde, Geschäftsführer des städtischen Immobilienmanagements. Er und sein Kollege Klemens Küpper zeigten die kargen Räume. Das Sozialamt richtet die Räume dann fertig ein.

An der Memelstraße wurden in den vergangenen dreieinhalb Monaten vier Etagen von innen saniert, damit Flüchtlinge darin wohnen können. Als Erstes werden das zweite und das dritte Geschoss fertig. Dort sollen voraussichtlich ab dem 9. November die ersten neuen Bewohner einziehen, teilt Horst Becker, Zuständiger beim Sozialamt für die Unterbringung der Flüchtlinge, mit. Das Erdgeschoss und die erste Etage sollen ab Ende November zur Verfügung stehen. Zwölf Mitarbeiter, davon je vier für Hausverwaltung, Sicherheit und Sozialbetreuung, werden sich um die Bewohner kümmern. Insgesamt gibt die Stadt 2,5 Millionen Euro für den Umbau aus. Die Elektroinstallation, die Brandschutzvorrichtungen und die Heizungs-, Luft- und Sanitäranlagen sind neu gemacht worden, sagt Rohde.

Eile ist geboten, gestern kamen wieder 78 neue Flüchtlinge an. An der Memelstraße werden Neuankömmlinge künftig in Drei- oder Vierbettzimmern leben, die jeweils mit Stuhl, Tisch, Schrank und Betten ausgestattet werden. Auf jeder Etage gibt es Gemeinschaftsküchen, Toiletten- und Duschräume getrennt nach Geschlecht. Auch Fernsehanschlüsse wurden gelegt. Fernsehgeräte müssen die Flüchtlinge sich aber selbst besorgen. Nur Internet ist im frisch sanierten Gebäude noch nicht vorgesehen.

Quelle: RP
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