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Xanten
Der Deichradweg ist weiter umstritten

Xanten: Der Deichradweg ist weiter umstritten
Der Banndeich zwischen der Kläranlage Lüttingen, dem Durchlass zum Schloss der Überfahrt zum Schloss Lüttingen und Gut Grind muss erneuert und teilweise versetzt werden. Die Stadt will den Deichkronenweg, der ohnehin gebaut werden muss, auch im Bereich Erzbischof-Bruno-Straße / Prickweg / Hohe Weide als Radweg freigeben; die Anlieger sind dagegen. FOTO: Olaf Ostermann
Xanten. Auf der Bürgerversammlung protestierten Anwohner der Erzbischof-Bruno-Straße, des Prickwegs und der Hohen Weide. Von Heinz Kühnen

Es war nur ein reiner Informationsabend über den Deichneubau zwischen Lüttingen und Wardt. Auch wenn die ersten Unterlagen bereits bei der Bezirksregierung in Düsseldorf zur Abstimmung vorliegen: Erst das eigentliche Planfeststellungsverfahren, das im Herbst starten soll und - wenn alles gut geht - nach mehrmaligem Durchlauf durch Rat und alle Träger öffentlicher Belange im ersten Quartal 2018 genehmigt sein könnte, können die Ausschreibungen und schließlich der Bau starten - in den Jahren 2019 und 2020, eventuell auch 2021, wie der Geschäftsführer des Deichverbandes Xanten-Kleve, Bernhard Schlüß, im voll besetzten Ratssaal erläuterte. Denn eins scheint absehbar: Unter den mehr als 100 Interessenten gab es eine nicht unerhebliche Zahl der Erzbischof-Bruno-Straße sowie der Straße Hohe Weide und Prickenweg, die sich mit einem Deichradweg auf keinen Fall einverstanden erklären wird. Sie können ihre Einsprüche im Laufe des Verfahrens geltend machen, erläuterte der technische Dezernent Niklas Franke mehrfach.

Für eine Versammlung in Bezug auf einen Deichneubau verlief die gut zweistündige Runde dennoch äußerst ruhig. Zumal es von der Kläranlage Lüttingen bis zu den dichten Bebauung mit eng am Deich liegenden Gärten und Häusern an der Fischerstraße keine Schwierigkeiten mit Anliegern geben sollte. In einem Bereich will der Verband dort deshalb auf die Maximalforderung für einen Deichbau verzichten und eine weniger ausladende, dennoch aber, so Schlüß, gleichsichere Variante erstellen. Die heutige Deichscharte als Durchlasse zu Schloss Lüttingen wird geschlossen, der Weg über den Deich geführt. Dorf- und Schützenplatz werden nicht beschnitten, das schützenhaus in Wardt bleibt erhalten. Und gegen die Einrichtung gleich mehrerer Lkw-Routen gab es auch keinen Widerstand. Nur einmal lautes Gelächter: Der Deichverband will den ehemaligen Kiesverladehafen in Wardt nutzen - zumal die Anlieferung über den Rhein kostengünstiger wäre. Beim ersten Anlauf hatte eine dort gesichtete Rauhhautfledermaus den Plan zunichte gemacht.

Stadtplaner Martin Stork hatte es im Anschluss ein wenig schwerer, die Pläne der Stadt an den Deichanrainer zu bringen. Die Stadt hatte wegen des vom Rat durchgängig geplanten Nutzung des ohnehin zu bauenden Deichkronenweges die Stuttgarter Fichtner-Gruppe mit mehreren Gutachten zum Schutzgut Mensch und zur Umweltverträglichkeit beauftragt. Danach war sie zum Schluss gekommen, dass lediglich der Bereich Fischerstraße (ab Überfahrt Schloss Lüttingen beziehungsweise Feuerwehrgerätehaus) wegen des sehr geringen Abstands zur Bebauung ausgenommen werden sollte. Was, so Stork, auch aus einem anderen Grund Sinn mache: "Hier sollen die Radler über Lüttingen und Südsee zur Innenstadt geführt werden." An der Erzbischof-Bruno-Straße, so hieß es, sehe es anders aus. Franke: "Hier folgt dem Deich erst ein Straße, dann kommen Vorgärten und eben keine Terrassen." Zudem werde die neue Deichtrasse hier gut 20 Meter weiter in Richtung Rhein verlaufen. Mehrere Anwohner wollen sich aber "nicht ins Schlafzimmer gucken lassen", sie fürchten zudem vermehrten Lärm. Franke hat sie zu weiteren Gesprächen auch über einen möglichen Sichtschutz eingeladen. Fortsetzung folgt.

Quelle: RP
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