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Xanten
Ein großes Fest für die neue Hymne

Xanten: Ein großes Fest für die neue Hymne
Das Sommerfest hatte die MUW-Stammtischrunde "Die Mittellosen" (im grünen T-Shirt) organisiert, links die Hymnen-Macher Gerhard Minkus und Alfred Melters, rechts Bürgermeister Thomas Görtz FOTO: Olaf ostermann
Xanten. Im "Freistaat" Mörmter-Ursel-Willich wurde beim Sommerfest mit dem Chor "Harmonie" das Lied erstmals vorgestellt. Von Beate Wyglenda

Zugegeben: Aufgestanden und an die Brust gefasst hat sich niemand, als am Sonntag zum ersten Mal die offizielle Hymne des Freistaates Mörmter-Ursel-Willich (MUW) erklang. Doch so bierernst nimmt man es in der Freien Republik ja ohnehin nicht. Stattdessen wird gern gefeiert. Und das hat das kleine Volk bei dem eigens für die Hymne arrangierten Bürger- und Familienfest auf dem Campingplatz Bremer auch ausgiebig getan. Frei nach dem Motto "lieber klotzen statt kleckern" organisierte der Stammtisch "Die Mittellosen" neben kühlen Getränken und Heißem von Grill gleich mehrere Musikvereine und ein umfangreiches Kinderspieleangebot.

"Bei uns gibt es keine halben Sachen. Entweder man macht etwas vernünftig oder gar nicht", betonte Stammtisch-Sprecher Willi Terschlüsen. Schon voriges Jahr betrieben die sieben "Mittellosen" einen Riesenaufwand, um der Einweihung des Grenzschildes MUW einen würdigen Rahmen zu geben. Dieses Jahr wurde zur Feier der Hymne noch einmal eine Schippe drauf gelegt: Stammtisch-Mitglied "Ziege" Eckhard Ziegenfuß sorgte mit Getränken und Grillspezialitäten fürs leibliche Wohl. Kinderschminken, eine Schiffschaukel und ein Bungee-Trampolin für vier Personen ließen Kinderaugen heller leuchten. Wer sich traute, durfte einen Ausritt mit den Schulpferden des Reit- und Fahrvereins Xanten machen. Eine Voltagier-Vorführung stand zudem auf dem Programm. Das Besondere: Für Kinder waren alle Aktionen kostenlos. "Uns geht es nicht darum, hier Geld zu verdienen. Wir wollen Spaß haben und ein paar fröhliche und gesellige Stunden verbringen", verdeutlichte Terschlüsen. Die Erwachsenen erfreuten sich derweil am musikalischen Angebot. Sowohl der Fanfarenzug Grün-Weiß Xanten spielte auf wie auch die "Original Niederrhein-Musikanten". Für die Darbietung der mit Spannung erwarteten Hymne war der Frauen- und Männerchor "Harmonie" aus Rheinberg zuständig. "Hier hausten einst noch Ritter in Wasserburgen fest gebaut und fromme Mönche sangen im Kloster Mörmter hell und laut. Wo hinter Hecken in Düsterfeld der liebe Gott sein Schläfchen hält, da ist für uns das Glück in MUW, der freien Republik", heißt es in dem von MUWs Oberbürgermeister Alfred Melters gedichteten Text. Gerhard Minkus hat die Musik arrangiert. Das Singen überließen die rund 400 Gäste lieber dem Chor. Ihrer Treue verliehen sie aber mit grünen MUW-Kappen Ausdruck.

"Die Hymne ist wirklich gut gelungen. Der Text ist super", bemerkte die Mörmterin Barbara Kisters. "Mir gefällt die Passage mit dem Schläfchen des lieben Gottes am besten. Ich bin es schließlich, der ihn jeden Morgen aufweckt", ergänzte ihr Ehemann Gerd lachend. Allzu ernst nehmen es auch die Freunde Marie-Luise und Heinrich Paßens, Franz Rötger und Heinrich Siebers nicht mit der "Staatsangehörigkeit". "Man muss das einfach mit einem Augenzwinkern betrachten", erklärten die Freunde. Ernsthaften Respekt zollten sie hingegen der großen Eigeninitiative aller Beteiligten. "Was die paar Leute hier auf die Beine gestellt haben, ist beeindruckend. Das Fest ist sehr gut organisiert und die Atmosphäre einfach schön", betonte die Gruppe.

Quelle: RP
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