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Xanten
Ein Tante-Emma-Laden für Wardt

Xanten: Ein Tante-Emma-Laden für Wardt
So könnte der Tante-Emma-Laden in Wardt ausschauen: ebenerdig, 50 Quadratmeter groß, Stehtische und draußen eine Terrasse. FOTO: Fischer
Xanten. Verein "Wardt zusammen" möchte eine Genossenschaft gründen, an der alle Bürger Anteile erwerben können. Beim Sommerfest am Sonntag, 10. September, wird das Projekt "Insel-Brot" vorgestellt. Von Heidrun Jasper

Früher war vielleicht nicht alles besser, aber einiges einfacher. Einkaufen in Wardt zum Beispiel. Von der Nahversorgung sind die Bewohner des Inseldorfes zwischen Xantener Nord- und Südsee allerdings schon seit Mitte der 70er Jahre abgeklemmt. Wer nur mal eben einen Liter Milch braucht, der muss sich aufs Rad oder ins Auto/Stadtbus setzen und nach Xanten fahren.

Das soll sich ändern, findet der Verein "Wardt zusammen". Die Idee: In dem neuen Baugebiet Strohweg/Meerend (ehemaliges Nibelungenbad nebst Parkplatz) von der Stadt eine Parzelle pachten und einen kleinen Tante-Emma-Laden bauen. Etwa an der Stelle, wo jetzt noch der Sparkassen-Pavillon steht. Ebenerdig, 50 Quadratmeter groß, Behindertentoilette, Stehtische, draußen eine Terrasse. Das kostet Geld und das hat der 800 Mitglieder starke Verein nicht. Er will außerdem alle Wardter ins Boot holen. Aber auch da hat der Vorstand eine Idee, die Vorsitzender Oskar Haan und Beisitzer Gerd Mattissen jetzt vorstellten: Eine Genossenschaft, an der jeder Anteile erwerben kann, das Stück für 50 Euro.

Um festzustellen, wie die Wardter zu dem Vorhaben stehen, hat der Verein Flyer drucken lassen, die Haan an alle Haushalte verteilt hat. Weitere Flyer liegen an dem Bäcker-Wagen aus, der am Meerend positioniert ist. Zudem will der Verein Flyer beim Spätsommerfest am Sonntag, 10. September, ab 11 Uhr am Kirchplatz verteilen, bei dem er auch das Projekt vorstellen will. Das hat dank Künstler Mattissen natürlich auch schon einen Namen: "Insel-Brot". Auch im nächsten Bezirksausschuss soll die Idee vorgestellt werden.

Oskar Haan und Gerd Mattissen sind die Initiatoren des Projekts. FOTO: Armin Fischer

Haan kann sich noch gut an die Zeit erinnern, als Wardt noch drei Tante-Emma-Läden hatte. Einer gehörte seinen Eltern Luise und Theo. Zwei weitere Läden gab es: Den von Mia Baumann am Kerkend und den Laden von Käthe Schmitz, dort, wo heute das Pfarrheim ist. Heute hat sich die Einwohnerzahl verdreifacht, die drei Tante-Emma-Läden sind längst geschlossen. Und die Stehfrist für den Bäckerwagen wäre auch Ende diesen Jahres abgelaufen. Das konnte der Verein Wardt verhindern, hat in Gesprächen mit der Stadt erwirkt, dass dort auch nächstes Jahr noch Brötchen verkauft werden können. Damit ist aber endgültig Schluss, wenn das neue Baugebiet erschlossen ist, die Grundstücke verkauft sind und die Bauherren mit dem Häuslebau beginnen können.

Dass das Projekt "Insel-Brot" funktionieren kann, zeigt übrigens das Beispiel Hanselädchen in Grieth. Dort haben Bürger vor ein paar Jahren auch eine Genossenschaft gegründet, Anteile für 250 Euro das Stück verkauft und ein altes Stadthaus zu einem Lädchen mit kleinem Café umgebaut. Heute hat die Genossenschaft rund 1000 Produkte in ihrem Sortiment, eine Vollzeitkraft angestellt, weitere Mitarbeiter auf 450-Euro-Basis.

Info: Ansprechpartner für das Projekt "Insel-Brot" in Wardt sind Oskar Haan, Brigitte Overfeld und Gerd Mattissen.

Quelle: RP
 
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