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Analyse
Es geht nur, wenn die Regeln klar sind

Xanten. Der Deal mit der Förderschule: Am Ende des Bieterverfahrens bleibt ein fader Beigeschmack Von Julia Lörcks

Das Gebäude der ehemaligen Förderschule samt 3370 Quadratmeter großem Grundstück zwischen Johannes-Janßen-Straße und Josef-Steiner-Straße in Xanten ist so gut wie verkauft. Und das ist gut so. Auch wenn ein fader Beigeschmack bleibt.

Gut, weil Xanten Bedarf an bezahlbarem Wohnraum hat. Für Menschen, die sich kein freistehendes Einfamilienhaus in einem der neuen Baugebiete leisten können. Und für junge Leute, Paare und Familien. Für Berufseinsteiger wie für Menschen mit geringem Gehalt. Das hätte in zweifacher Hinsicht Charme: Die Stadt würde jünger werden - und sie würde wachsen.

Verwaltung, Architekt und Investor müssen jetzt alles dafür tun, dass das Verfahren so schnell wie möglich abgeschlossen wird. Bürgermeister Thomas Görtz kündigte auf Anfrage unserer Redaktion an, zügig einen Notartermin auszumachen. Architekt Reiner Jungnitsch (Atelier³), der für Investor Theo Mölders mehrmals sein Konzept und Gebot überarbeitet und im Rathaus eingereicht hat, freut sich. Um mit dem Bau beginnen zu können - wahrscheinlich 2019 - muss, so der Architekt, anhand des Entwurfs ein Bauantrag gestellt werden. Dieser muss wiederum von der Verwaltung genehmigt werden. Im Anschluss daran muss ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden. Das kostest Zeit. Jungnitsch hofft auf Entgegenkommen der Verwaltung. Nach der nichtöffentlichen Ratssitzung kündigte Görtz zumindest an, dass Verfahren professionell zu Ende zu bringen. Hoffen wir es mal . . .

Denn eins steht fest: Das Bieterverfahren war kein Paradebeispiel für ein gelungenes Projekt. Im Gegenteil. Das Verfahren war eine einzige Katastrophe. Alle beteiligten Parteien - Verwaltung, Politik und Bieter - haben sich nicht mit Ruhm bekleckert. Streng genommen, hätte man das Verfahren ganz neu aufrollen müssen. Doch wem hätte das genutzt?

Jetzt heißt es, die richtigen Lehren daraus zu ziehen. Falls die Stadt Xanten jemals wieder ein Bieterverfahren auslobt, sollten vorab alle - und zwar wirklich alle - Spielregeln festgezurrt werden.

Quelle: RP
 
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