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Kai Strauss
"Für mich wird der Blues niemals langweilig"

Kai Strauss: "Für mich wird der Blues niemals langweilig"
Kai Strauss, der aus der Nähe von Osnabrück stammt, gastiert morgen Abend mit seiner Band "The Electric Blues Allstars"im Schwarzen Adler in Vierbaum. Strauss arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Profimusiker und ist schon in den USA aufgetreten. FOTO: Maik Reishaus
Xanten. 15 Jahre lang war der Gitarrist und Sänger mit dem Texaner Memo Gonzalez auf Tour. Morgen spielt er mit seiner eigenen Band in Rheinberg.

rheinberg Der bekannte deutsche Blues-Gitarrist Kai Strauss gastiert morgen um 20 Uhr im Schwarzen Adler an der Baerler Straße 96 in Vierbaum. Karten gibt es noch an der Abendkasse. Die RP hat vorher mit dem Musiker gesprochen.

Herr Strauss, 2015 haben Sie den Award für das beste deutsche Blues-Album bekommen, im vergangenen Jahr den Award für die beste deutsche Blues-Band. Es läuft gut für Sie, oder?

Kai Strauss Ja, das stimmt. Ich bin jetzt seit rund 20 Jahren professioneller Musiker. Von 1995 bis 2010 habe ich in der Band des Texaners Memo Gonzalez gespielt. Da habe ich viele Erfahrungen sammeln können. Aber ich wollte gerne auf eigenen Beinen stehen und habe deshalb meine eigene Band gegründet. Ja, ich kann sagen: Inzwischen trägt meine Arbeit Früchte.

Sie sind viel unterwegs. Freiburg, Münster, morgen Rheinberg. Wie viele Konzerte spielen Sie im Jahr?

Strauss Alles in allem sind das so um die hundert pro Jahr.

Was heißt das für die Familie, für Freundschaften?

Strauss Der Freundeskreis setzt sich weitgehend aus Musikern zusammen. Ich habe nur wenige Freunde, die nichts mit Musik zu tun haben. Treffen mit der Familie abzusprechen, ist nicht ganz einfach.

Sie haben auch schon in den USA gespielt, im Mutterland des Blues. Wie reagieren die Menschen dort, wenn ein Deutscher ihnen den Blues spielt?

Strauss Die Amerikaner sind sehr freundlich, ich bin dort meist mit offene Armen empfangen worden. Ihnen ist es egal, woher man kommt. Was zählt, ist die Musik. Ich habe dort gute Erfahrungen gemacht.

Morgen sind Sie mit Ihrer Band "Electric Blues Allstars" im Schwarzen Adler zu Gast. Zum ersten Mal?

Strauss Nein, ich bin dort einmal mit Memo Gonzalez aufgetreten. Das muss Ende der neunziger Jahre gewesen sein. Der Adler ist seit vielen Jahren eine gute Blues-Adresse. Ich freue mich sehr, dort mal wieder auftreten zu können.

Wie und wann sind sie eigentlich zum Blues gekommen?

Strauss Als junger Teenager. Mein Vater war kein ausgesprochener Blues-Fan, aber er hatte ein paar Blues-Platten, die ich immer wieder gehört habe. Die Musik hat sofort einen Nerv bei mir getroffen.

Im Vergleich zum Jazz ist Blues aus harmonischer Sicht nicht besonders vielseitig. Warum bleiben Sie trotzdem dabei? Wird das nicht auf Dauer langweilig?

Strauss Nein, für mich wird der Blues niemals langweilig. Ganz im Gegenteil: Je länger ich Blues spiele, desto mehr Möglichkeiten entdecke ich, wie man die Grenzen erweitern kann. Die Lust, Blues zu spielen, wird immer stärker. Ich habe auch überhaupt kein Interesse daran, die Musik großartig zu verändern.

Wer Sie hört, stellt fest, dass Sie und Ihre Band recht traditionell klingen.

Strauss Ja! Bei mir ist es so: Ich höre auch gerne Heavy Metal. Aber wenn ich selbst Blues spiele, dann soll es auch nach Blues klingen.

Ihr Gitarrensound ist bissig, drahtig, leicht angezerrt. Das erinnert an Gitarristen wie Albert Collins oder Jimmy Vaughan. Sind das Vorbilder?

Strauss Auf jeden Fall. Natürlich auch die "three Kings": Freddie, Albert und B.B. King, die alle großartige Gitarristen waren.

Im Blues ist der Gitarrist meist auch der Sänger. Singen Sie, weil es einfach dazu gehört, oder sehen Sie die Stimme als eigenes Instrument?

Strauss Der Gesang ist wichtig, und inzwischen singe ich sehr gerne. Ich schreibe eigene Songs. Einen eigenen Song auf der Gitarre zu spielen und ihn selbst zu singen - das ist großartig. Etwas sehr Persönliches.

Wie steht es um die deutsche Bluesszene?

Strauss. Es gibt nicht sehr viele Blues-Clubs wie den Schwarzen Adler, aber eine Reihe guter Blues-Festivals und viele junge Musiker. Die Blues-Szene ist jung und lebendig. Vielleicht führt das auch zu einem jungen, interessierten Publikum.

UWE PLIEN FÜHRTE DAS INTERVIEW

Quelle: RP
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