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Xanten
Gospel - Musik für Körper und Seele

Xanten. Der Chor Confidence erntet stehenden Beifall beim Heimspiel im Adlersaal. Von Erwin Kohl

Der Spätherbst gilt nicht gerade als Zeit mit dem höchsten Gute-Laune-Potenzial. Für Abhilfe sorgte da der Menzelener Gospelchor "Confidence" mit seinem Jahreskonzert, das erstmals im Adlersaal stattgefunden hat. "Zum einen wollen wir damit unserem Vereinswirt Uli Evers danken, zum anderen bietet der alte Tonnensaal eine einzigartige Akustik", so Chorvorsitzender Thomas Sundermann.

Rund 200 Besucher gingen von Beginn an mit, als der Chor mit "Heaven is a wonderful Place" von der Empore auf die dreistufige Bühne kam. Inspiriert vom Gospelkirchentag in Braunschweig, zu dem der Chor im September mit dem "Singing Bus" gereist war, erwies sich das Programm als Mix aus ruhigen Balladen, einfühlsamen Spirituals und mitreißenden Gospels.

Stammgäste im Publikum staunten vor allem über die rasante Entwicklung, die der Chor unter der Leitung von Matthias Ortmann in den letzten Jahren vollzogen hat. Das betrifft nicht nur den gesanglichen Part, sondern setzt sich in der immer perfekter werdenden Choreografie, herausragenden Solisten und der stimmigen Klavierbegleitung durch den Chorleiter fort.

Das größte Geheimnis des Erfolges liegt aber im hohen Maß an Authentizität, das 39 Sängerinnen und Sänger einmal mehr präsentierten. Mit jeder Faser ihres Körpers transportieren sie die frohe Botschaft direkt in die Seelen der Zuhörer. So dauert es nicht lange, bis das Publikum begeistert mitklatschte.

Leider an den falschen Stellen, wie Ortmann mit einer kurzen "Klatschanleitung" deutlich machte: "Wenn sie auf eins und drei klatschen und der Chor auf zwei und vier, hört sich das nicht so gut an. Lassen sie einfach den Chor beginnen und steigen dann ein." Erstmals zur Anwendung kam die Lektion kurz darauf beim temperamentvollen "Higher and higher", dem Lieblingstitel des Chores. Zuvor durfte das Publikum bei einem Medley seine Gesangsqualitäten unter Beweis stellen. Das freute besonders den elfjährigen Syrer Yahia, der in der Pause noch traurig feststellte: "Das ist schön. Schade, dass ich nicht mitsingen kann."

Zu den neueren Stücken im Confidence-Repertoire zählt der Hit der Les Humphries Singers "Promised Land". In den spärlichen Originaltext hat Chorleiter Ortmann Passagen aus dem Hollies-Titel "Very last day" eingearbeitet und so eine beeindruckende Neufassung hingelegt. Der Chor bestach auch, wenn er Tempo rausnahm und stimmungsvolle Gospels wie "Awesome God" oder den Klassiker "Khumbaya" anstimmte. Weil in der dunklen Jahreszeit Glückshormone gefragt sind, gab der Chor dem Publikum zum Abschied mit dem flotten "Time to celebrate" und "Jesus is the rock" gegen den November-Blues mit auf den Heimweg. Dafür gab's stehende Ovationen.

Quelle: RP
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